31.07.2026
Deutschland: Hinweisschild auf Freitagsgebet erneut beschmiert
Penzberg: Kriminalpolizei ermittelt – es ist der zweite Vorfall innerhalb weniger Tage
Penzberg (IDEA) – In der oberbayerischen Stadt Penzberg ist erneut ein Hinweisschild auf das muslimische Freitagsgebet beschädigt worden. Beamte der Polizeiinspektion Penzberg stellten am 31. Juli gegen 6.45 Uhr die Schmierschriften an dem Schild fest. Das teilte die Polizei Bayern mit. Das Hinweisschild wurde sichergestellt. Die Kriminalpolizeiinspektion Weilheim übernahm die Ermittlungen und bittet um Zeugenhinweise. Laut „merkur.de“ wurde das Schild auch mit dem Logo der rechtsextremen Kleinpartei „Der III. Weg“ beklebt. Hintergrund: An den Ortseingängen von Penzberg weisen seit dem 21. Juli neue Schilder nicht nur auf die Gottesdienstzeiten der katholischen und evangelischen Kirche hin, sondern auch auf das muslimische Freitagsgebet. Angebracht wurden sie gemeinsam von Bürgermeister Thomas Kopf („Penzberg Miteinander“), dem katholischen Pfarrer Bernhard Holz, dem evangelischen Pfarrer Julian Lademann und dem Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg, Benjamin Idriz.
Idriz: Ein starkes Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung
Das Freitagsgebet mit Predigt finde in deutscher Sprache statt und stehe „allen Menschen offen – Muslimen ebenso wie Nichtmuslimen“, teilte Idriz am 21. Juli auf seinem Instagram-Kanal mit. Die Schilder seien „ein starkes Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung, der Gleichbehandlung und der gelebten Religionsfreiheit“. Die Idee sei bereits im vergangenen Jahr in einem Gespräch mit dem damaligen Ersten Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) entstanden, so Idriz. Die Schilder seien „mehr als Wegweiser“. Sie stünden für „eine offene Stadt, in der Vielfalt verbindet und alle Religionsgemeinschaften ihren anerkannten Platz haben“.
Bereits zum zweiten Mal beschmiert
Es ist bereits das zweite Mal, dass das Schild beschmiert wurde: Bereits in der Nacht auf den 25. Juli wurde es mit schwarzer Farbe besprüht. Im Anschluss schrieb Idriz auf Instagram, dass ihn der Vorfall traurig mache: Seit Jahren werde versucht, Muslime pauschal als Extremisten, als hasserfüllt oder als Bedrohung für die Gesellschaft darzustellen: „Doch wer Hass wirklich bekämpfen will, darf nicht wegsehen, wenn sich Hass gegen Muslime richtet. Das beschmierte Schild ist kein Ausdruck von Meinungsfreiheit. Es ist ein Ausdruck von Intoleranz, Feindseligkeit und Muslimfeindlichkeit.“