29.06.2002

Georgien - Bedrohliches Klima für Christen

(Josef Jäger, ÖEA) Die ehemalige Sowjetrepublik Georgien hat eine lange christliche Tradition. Doch für nicht orthodoxe Christen wird das Leben immer schwieriger. Mit stillschweigender Duldung der Behörden bedrohen religiöse Fanatiker evangelische und evangelikale Christen, aber auch Mitglieder von Sekten, insbesondere Zeugen Jehovas. Besonders hervorgetan hat sich in diesem Zusammenhang ein orthodoxer Priester, der unter dem Namen „Vater Basil“ bekannt ist. Er wurde zwar von seiner eigenen Kirche als Priester abgesetzt, und exkommuniziert, doch das hindert ihn nicht daran, sich als selbst ernannter Beschützer der Orthodoxie zu gebärden. Vater Basil Mkalavishvili betrachtet alle nicht orthodoxen Christen als Ungläubige, die eine häretische Form des Christentums predigen. Er hat sich mit einer Art Privatarmee, einem pseudo-orthodoxen Schlägertrupp von ungefähr 100 Mann umgeben, die Gläubige anderer Konfessionen oft mit hölzernen Kreuzen attackieren. „Leute werden geschlagen, sogar schwangere Frauen“, berichtet Bischof Malkhaz Songulashvili vom Bund der Baptistengemeinden von Georgien. Es gibt Knochenbrüche, Bibeln werden verbrannt, Eigentum wird zerstört und Geld gestohlen. Manchmal wird den Gläubigen sogar eine Glatze geschnitten, um sie zu erniedrigen.“ Im Februar 2002 drang „Vater Basil“ mit ungefähr 150 Personen in ein Lagerhaus der Baptisten ein, das von der Bibelgesellschaft benutzt wird. Die dort gelagerten Bibeln und christlichen Bücher wurden verbrannt. Bereits im Vorjahr wurde eine Pfingstgemeinde während einer Chorprobe überfallen, 12 Sänger und Sängerinnen wurden verletzt. Vor Weihnachten wurden bei einem Überfall auf eine evangelikale Gemeinde ca. 100 Gläubige mit Knüppeln geschlagen. Die protestantischen Christen haben gemeinsam eine Beschwerde bei den zuständigen Behörden eingebracht, über die noch nicht entschieden wurde. Seitens der USA wurde bereits mehrmals bei Präsident Schewardnadse interveniert und die Respektierung der Religionsfreiheit gefordert. „Vater Basil“, der nach Aussage eines örtlichen Partners der Osteuropamission „beliebt ist wie ein Fernsehstar“, versucht auch Einfluß auf die Gesetzgebung zu nehmen, die Orthodoxe Kirche zur Staatsreligion zu erheben. Er sagte: „Sobald das orthodoxe Christentum Gesetz ist, wird alles in Ordnung sein. Die Sekten werden das Land verlassen oder bestraft werden“. Appell an die Christen in Österreich: Bitte betet, daß es nicht so weit kommt. Betet für Schutz und Bewahrung der Christen in Georgien und für die Herstellung von Gesetz und Ordnung und Wahrung der in der georgischen Verfassung garantierten Religionsfreiheit. Und nicht zuletzt, betet für die, die unsere Brüder verfolgen, unser Herr kann auch den Saulus Basil und seine Kampfgenossen zu Jüngern Jesu machen.