14.03.2004

Nigeria: Sponsor militanter Muslime festgenommen

Direktor eines von Saudi-Arabien finanzierten Wohlfahrtsunternehmens mit Angriffen auf Christen in Verbindung gebracht

Nigeria: Sponsor militanter Muslime festgenommen

Direktor eines von Saudi-Arabien finanzierten Wohlfahrtsunternehmens mit Angriffen auf Christen in Verbindung gebracht

KANO, Nigeria, 15. März 2004 (Compass Direct) -- Nigerianische Sicherheitsbeamte in der nordirakischen Stadt Kano haben die Festnahme eines Sudanesen gemeldet, der den von Saudi-Arabien finanzierten Al-Muntada Al-Islami Trust leitet, während Organisation und Aktivitäten dieses Wohlfahrtsunternehmens untersucht wurden.

Scheik Muhiddeen Abdullahi, der muslimische Direktor, wurde am 20. Februar festgenommen, aber zehn Tage später freigelassen.

Wie Compass von einem Sicherheitsbeamten erfuhr, entdeckte man "in Kano finanzielle Transaktionen zwischen ihm und einem fundamentalistischen islamischen Geistlichen, Alhaji Sharu, die sich auf Millionen von Dollars belaufen." Im Dezember 2003 hatte eine Gruppe islamischer Fundamentalisten, die sich selbst "Nigerias Taliban" nennen, einen Teil des Landes zu einer Islamischen Republik erklärt und Angriffe auf christliche Gemeinden gestartet.

Es kam zu einer Reihe von Gefechten mit der Polizei und Einheiten der Armee und nach zwei Wochen unterlag die militante Gruppe den Sicherheitskräften. Bei den Kämpfen starben zwei Polizisten und ein Dutzend militanter Muslime. Tausende waren aus den von den Fundamentalisten aufs Korn genommenen christlichen Kommunen vertrieben worden.

Nach der Verhaftung von 47 Kämpfern, unter denen sich Alhaji Sharu befand, enthüllte dessen Geständnis die Aktivitäten des von Abdullahi geleiteten Wohlfahrtunternehmens. Das arabische Wort "Djihad" bedeutet sowohl "Heiliger Krieg" wie auch "Wohlfahrt".

Nach Sharus Aussage, der als Mittelsmann zwischen islamischen Fundamentalistengruppen und dem Al-Muntada Al-Islami Trust fungiert haben soll, waren die Spendengelder wohlhabender Saudis für die Finanzierung religiös motivierter Gewalt in Nigeria verwendet worden. Außerdem habe der Trust die Wahhabi-Sekte des Islams propagiert, zu deren Anhängern das frühere Taliban-Regime in Afghanistan sowie Osama bin Laden gehören.

Nach Abdullahis Freilassung kam es zu einem Massenprotest von über 5.000 Sufi-Muslims in der Stadt Kano, welche die sofortige Schließung der Trust-Büros und das Verbot der Wahhabi-Sekte forderten.

Medienvertretern gegenüber äußerte Abdullahi nach der Haftentlassung, sie würden nicht an Waffen als Mittel zur Verbreitung des Islams glauben. "Unser Ziel ist islamische Propaganda durch Bildung." Die Sonderberaterin des nigerianischen Präsidenten für Medienfragen sagte Compass in der nigerianischen Hauptstadt Abuja, die Regierung sei zur Terrorismusbekämpfung entschlossen und werde dafür mit anderen Staaten zusammenarbeiten.
Bereits am 23. Januar war ein iranischer Diplomat festgenommen worden, der Kirchen und Regierungsgebäude in Abuja ausspähte.