01.04.2006

Afghanischer Christ dankt dem Papst für seine Freilassung

Katholisches Oberhaupt setzte sich bei Präsident Karsai für Rahman ein<br />

Afghanischer Christ dankt dem Papst für seine Freilassung

Katholisches Oberhaupt setzte sich bei Präsident Karsai für Rahman ein

R o m (idea) – Der afghanische Christ Abdul Rahman, dem in seiner Heimat wegen seines Religionswechsels der Prozeß gemacht werden sollte, hat sich bei der Regierung Italiens und Papst Benedikt XVI. für ihr Bemühen um seine Freilassung bedankt. In einem Interview mit italienischen Fernsehsendern sagte Rahman: „Ich danke dem Papst, der italienischen Regierung und all denen, die in meinem Fall involviert waren. Ich bin glücklich, hier zu sein.“ Der 41jährige war im Februar in Afghanistan festgenommen worden, nachdem seine Familie seinen Glaubenswechsel bekannt gemacht hatte. Nach dem islamischen Religionsgesetz, das in der afghanischen Verfassung verankert ist, drohte ihm die Todesstrafe. Auf Druck westlicher Regierungen wurde er jedoch am 28. März freigelassen und erhielt Asyl in Italien. Bereits am 22. März hatte sich der Papst in einem Brief an den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai für ihn eingesetzt. Darin hieß es unter anderem: „Ich bin sicher, Herr Präsident, daß der Verzicht auf die Anklage dem afghanischen Volk großen Ruhm bescheren wird.“ Karsai würde in bedeutender Weise „zum gegenseitigen Verständnis und Respekt unter den unterschiedlichen Religionen und Kulturen der Welt beitragen“. Warum Rahman Zuflucht in Italien suchte, obwohl er neun Jahre lang in Deutschland lebte, ist bislang ebenso unklar wie seine Konfession. „Vielleicht wollte er ja einmal dem Papst die Hand schütteln“, so ein Journalist im Vatikan gegenüber idea. Rahman befindet sich an einem geheimen Ort. Er soll eine neue Identität und wirtschaftliche Hilfe bekommen. Möglicherweise wird er dann entscheiden, ob er in Italien bleibt oder nach Deutschland ausreist, wo sein Bruder lebt.

Die Taliban haben gewonnen

Rahman beschrieb in dem Fernsehinterview die schwierige Situation von Andersgläubigen in strikt islamischen Ländern: „Wenn du nicht Moslem in einem islamischen Land bist, töten sie dich. Daran gibt es keinen Zweifel.“ Der Christ macht sich weiter Sorgen um seine beiden Töchter und seine Familie, obwohl sie ihn bei den Behörden verraten habe: „Ich bin Vater, und meine Kinder sind immer noch dort.“ Vor dem Verlassen seines Landes sagte er: „Wenn ich fliehe, bedeutet das, daß sich in meinem Land nichts geändert hat. Ohne Menschenrechte, ohne den Respekt vor anderen Religionen haben die Taliban gewonnen.“