01.04.2007
Indien: Himachal Pradesh billigt als weiterer Bundesstaat ein Antibekehrungsgesetz
Kirchenvertreter: „Gesetz schadet dem fundamentalen Recht auf<br />Religionsfreiheit sehr“<br />
Indien: Himachal Pradesh billigt als weiterer Bundesstaat ein Antibekehrungsgesetz
Kirchenvertreter: „Gesetz schadet dem fundamentalen Recht auf
Religionsfreiheit sehr“
NEU-DELHI, 12. März 2007 - Im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh hat der Gouverneur
am 20. Februar 2007 einem Antibekehrungsgesetz („Himachal Pradesh Freedom of Religion
Bill 2006“) zugestimmt. Das Gesetz, das von der Kongresspartei vorangebracht wurde, stellt so
genannte Zwangsbekehrungen unter Strafe. Bei Verstößen kann es zu Strafen von bis zu zwei
Jahren Gefängnis oder 25 000 Rupien (430 Euro) Geldstrafe kommen. Beim Religionswechsel
einer minderjährigen Frau zum Beispiel oder eines Angehörigen der Dalit oder anderer
Stammesangehörigen kann die Haft bis zu drei Jahren und die Geldstrafe bis zu 50 000 Rupien
(860 Euro) betragen.
In sechs weiteren Staaten - Madhya Pradesh, Chhattisgarh, Orissa, Arunachal Pradesh,
Rajasthan und Gujarat – gelten diese Gesetze bereits. Hindu-Extremisten benutzen sie, um
Christen zu beschuldigen, Hindus zum Religionswechsel verführt oder gezwungen zu haben.
Damit rechtfertigen sie auch Übergriffe auf Christen und christliche Bildungseinrichtungen. Das
in Rajasthan im April 2006 beschlossene Antibekehrungsgesetz muss noch von der
Gouverneurin gebilligt werden. Antibekehrungsgesetze in Arunachal Pradesh und Gujarat aus
dem Jahr 1978 bzw. 2003 sind noch nicht in Kraft getreten sind, weil die
Ausführungsbestimmungen fehlen.
Himachal Pradesh ist der erste von der Kongresspartei geführte Staat, in dem ein
Antibekehrungsgesetz gebilligt wurde. Die Partei bezeichnet sich selbst als „säkular", was in
Indien allgemein für eine Gleichbehandlung aller Religionsgemeinschaften steht. Durch die
Gesetzgebung in Himachal Pradesh, so Dr. Joseph D´Souza, der Präsident des Gesamtindischen
Christenrats, hat sie ihre Versprechen nicht gehalten, für religiöse Minderheiten einzutreten.
„Dieses Gesetz schadet dem fundamentalen Recht auf Religionsfreiheit sehr, besonders für die
ausgebeuteten Dalits und Stammesangehörigen", sagte D´Souza. Die Zustimmung des
Gouverneurs sei eigentlich eine Billigung der Diskriminierung und Verfolgung religiöser
Minderheiten in Himachal Pradesh.
Compass Direct