08.04.2007

Indonesien: Muslime verurteilt - Christliche Mädchen geköpft

J a k a r t a (idea) – Stand: 22.03.2007 (11:26) - Weil sie christliche Schulmädchen geköpft
haben, sind drei muslimische Extremisten in Indonesien zu langen Haftstrafen verurteilt worden.
Sie entgingen dem Tod durch Erschießen, weil sie geständig waren und Reue zeigten.
Der 34-jährige Anstifter Hasanuddin wurde am 21. März in Poso (Sulawesi) zu 20 Jahren
Gefängnis verurteilt, seine Komplizen Lilik Purnomo (28) und Irwanto Irano (29) müssen 14
Jahre hinter Gitter. Die Männer standen mit der zu El Kaida zählenden Terrororganisation
Jemaah Islamiyah in Verbindung. Sie wollten nach eigenen Angaben den Tod vieler Muslime
rächen, die bei gewalttätigen Unruhen zwischen 1999 und 2001 auf Sulawesi ums Leben
gekommen waren. Ursprünglich hatten sie sechs christliche Mädchen töten wollen. Am Tag der
Tat im Oktober 2005 seien jedoch nur vier auf ihrem Schulweg durch eine Kakaoplantage
gekommen. Die Täter schlugen drei Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren die Köpfe ab,
ein viertes konnte schwer verletzt entkommen. Die Köpfe der Opfer fand die Polizei
eingewickelt in Plastiktüten mehrere Kilometer vom Tatort entfernt in drei überwiegend von
Christen bewohnten Dörfern. Die Täter hinterließen auch eine handschriftliche Rachebotschaft:
„Blut für Blut, Leben für Leben, Kopf für Kopf.“ Die Eltern der ermordeten Schülerinnen
vergaben den Angeklagten während des Gerichtsprozesses. Von den rund 220 Millionen
Einwohnern Indonesiens sind 80 Prozent Muslime, 16 Prozent Christen, zwei Prozent Hindus
sowie ein Prozent Angehörige von Stammesreligionen.