08.04.2007

Nigeria: Entführungen von christlichen Kindern nehmen zu

(Open Doors) – In Nigerias Bundesstaat Sokoto werden christliche Kinder entführt und bei
muslimischen Familien untergebracht. Kirchenleiter stellen fest, dass dieses Phänomen immer
häufiger wird und man sich fast daran gewöhnt. Die betroffenen Kinder sollen dann nach den
Prinzipien des Islam erzogen werden.
So erging es ebenfalls Victor Udo Usen. Der 13-jährige verschwand im November 2006.
Während drei Monaten suchten seine Eltern überall nach ihm, bis sie am 20. Februar 2007 erfuhren, dass er bei Nachbarn eingesperrt sei. Seine Mutter Esther konnte ihm zur Flucht
verhelfen. Die Entführer verfolgten sie und holten sie ein, bevor sie ihr Zuhause erreichten.
Dann entrissen sie Victor erneut seiner Mutter. Sein Vater kam herausgestürzt, zog es aber vor,
nicht ins Nachbarhaus einzudringen, um den Jungen zu befreien: „Ich dachte, dass ich beim
gewaltsamen Eindringen nicht nur meine Familie in Gefahr bringe, sondern, dass sie dies als
Gelegenheit nutzen könnten, um andere Christen in Sokoto anzugreifen“.
Victors Vater und mehrere christliche Leiter meldeten den Vorfall der Polizei. Diese hat
allerdings bis jetzt noch nichts unternommen. Hingegen wurde Victor von seinen Entführern
umbenannt, er heißt jetzt Abdulkarim.
Die Gemeindeleiter müssen machtlos zusehen, wie immer mehr Kinder ihrer Gemeindeglieder
entführt werden. Die Regierung soll über diese Entführungen informiert sein, hat aber bis jetzt
nichts dagegen unternommen.