07.08.2007

Großbritannien: Kirche muss einen Schwulen einstellen

C a r d i f f (idea) - 20.07.07– Ein Homosexueller in Großbritannien hat gerichtlich erwirkt, dass
ihn die anglikanische Kirche von England einstellen muss. Der Bischof der westenglischen
Diözese Hereford, Anthony Priddis, hatte die Bewerbung des 42-jährigen John Reaney auf eine
Stelle als Jugendreferent abgelehnt. Reaney klagte daraufhin vor dem Arbeitsgericht von
Cardiff, weil er sich diskriminiert sah, und bekam Recht.
Der Bischof hatte sich ausführlich nach zurückliegenden homosexuellen Kontakten des
Bewerbers erkundigt und erklärt, dass niemand, der außereheliche sexuelle Kontakte pflege, in
der Kirche mitarbeiten könne. Dabei sei es gleichgültig, ob es sich um hetero-, homo- oder
bisexuelle Beziehungen handele. Reaney lebte zur Zeit der Bewerbung vor einem Jahr allein.
Das Gericht befand, dass nur der aktuelle Lebensstil zähle und Vergangenes keine Rolle spielen
dürfe. Es bezog sich auf ein Gesetz, dass arbeitsrechtliche Benachteiligungen aufgrund von
sexueller Orientierung verbietet. Die den religiösen Organisationen zugebilligten Ausnahmen
träfen in diesem Fall nicht zu. Der Leiter der Schwulen- und Lesben-Bewegung in der
anglikanischen Kirche, Richard Kirker, forderte den Rücktritt des Bischofs. Kirker und seine Mitstreiter betrachten die Entscheidung „als Triumph des aufgeklärten 21. Jahrhunderts über die
Vorurteile des 19. Jahrhunderts“.