31.08.2007
Ägypten: Ägyptischer christlicher Arzt konnte Saudi-Arabien verlassen
Rom/Italien, 16.08.2007 (Kathpress/AsiaNews) Der ägyptische christliche Arzt Mamduh
Fahmy, dem zwei Jahre von den saudiarabischen Behörden die Ausreise aus dem Königreich
verweigert wurde, hat nach Kairo heimkehren können.
Dies berichtet die katholische Nachrichtenagentur „AsiaNews“ unter Berufung auf die in
Washington ansässige christliche Menschenrechtsorganisation „International Christian
Concern“ (ICC), wie Kathpress in Wien meldet. Die Rückkehr des Arztes grenze an ein
„Wunder“, hieß es unter seinen Verwandten und Freunden.
Fahmy hatte 2004 eine Arbeit als Chirurg in einem großen Krankenhaus in der saudi-arabischen
Hauptstadt Riad angenommen. Von Anfang war wurde er von seinen muslimischen Kollegen
wegen seiner christlichen Überzeugung gemobbt. Mehrfach wurde ihm von der
Krankenhausleitung nahe gelegt, endlich im Beisein von zwei Zeugen die „Shahada“ - das
islamische Glaubensbekenntnis - zu rezitieren und damit zum Islam zu konvertieren.
Im Jahr 2005 führten „Muttawin“ (Religionspolizisten) eine Hausdurchsuchung bei Fahmy
durch; er wurde festgenommen, weil er ein „christlicher Missionar“ sei und (im Islam
verbotene) „alkoholische Getränke“ konsumiere. Nach fünf Tagen wurde er freigelassen, sein
Reisepass wurde aber konfisziert. Das Krankenhaus weigerte sich, den Arzt weiter zu
beschäftigen. Er versuchte, nach Ägypten zurückzukehren, aber die saudischen Behörden
erteilten ihm keine Ausreisegenehmigung. Schließlich nahm sich die ICC seiner an.
Die „Muttawin“ sind der Exekutiv-Arm des staatlichen „Komitees für die Förderung der
Tugend und die Vorbeugung des Lasters“. Solche Komitees existieren in allen Staaten, in denen
das islamische Recht der Sharia offizielle Gültigkeit hat. In Saudi-Arabien kommt hinzu, dass
nach Auffassung der wahhabitischen Theologie - die in Saudi-Arabien Staatsideologie ist -
wegen der Präsenz der „heiligen Stätten Mekka und Medina“ auf dem gesamten Boden des
Königreichs keine andere Religion als der Islam praktiziert werden darf. Daher ist die Einreise
christlicher Bischöfe und Priester ausdrücklich verboten; nach Saudi-Arabien dürfen auch keine
Bibeln, Ikonen, Kreuze, Rosenkränze oder sonstigen christlichen Andachtsgegenstände
eingeführt werden.