25.12.2007

Kasachstan: Registrierung von Religionsgemeinschaften systematisch verweigert

 

AKREF/JJ - 14. Dezember 2007 - In der zentralasiatischen ehemaligen Sowjetrepublik
Kasachstan ist jede religiöse Betätigung ohne staatliche Registrierung illegal und strafbar.
Verschiedene evangelikale Gemeinschaften, aber auch Zeugen Jehovas wurden mit Geldstrafen
belegt.
Dabei benützt der Staat Ausflüchte aller Art, um Gemeinschaften die Registrierung und damit
auch jedes Recht auf Betätigung zu versagen. So ist z.B. im Registrierungsantrag neben der
privaten Telefonnummer die Telefonnummer am Arbeitsplatz anzugeben. Mancher
Verantwortliche einer Religionsgemeinschaft hat keinen Arbeitsplatz, viele kasachische Bürger
haben zu Hause kein Telefon. Schon ist ein formeller "Grund" zur Verweigerung der
Registrierung gefunden! Betroffen sind sowohl christliche als auch unabhängige islamische
Gemeinschaften und die Zeugen Jehovas.
Rustam Kairulin, der Pastor der presbyterianischen Gnadenkirche in Atyrau berichtet über
wiederholte Versuche seit 2002, seine Kirchengemeinde registrieren zu lassen. Alle Anträge
wurden ohne Angabe von Gründen abgelehnt, zwei Mal allein in diesem Jahr.
Nurlybek Zhalgasbaev von einer anderen evangelischen Gemeinschaft berichtet, dass seine
Gemeinde nach zahlreichen Ablehnungen und Berichten über abgelehnte Anträge anderer
Gemeinschaften zur Ansicht gekommen ist, sie würde nie registriert und sich nunmehr unter der
"Deckung" einer anderen, registrierten Kirche versammelt. Doch demnächst will man wieder
versuchen, die eigene Gemeinschaft registrieren zu lassen.
Aleksandr Klyushev von der Vereinigung kasachischer Religionsgemeinschaften, einer Gruppe,
die vor allem Protestanten umfasst, sagte kürzlich, dass er sich nicht erinnern könne, dass in der
Region Atyrau in den letzten fünf Jahren auch nur eine einzige protestantische oder
evangelikale Gemeinschaft registriert worden wäre.
Etwas besser dürfte es den Katholiken gehen. Janusz Kaleta, der Bischof von Atyrau meint, das
kasachische Religionsgesetz sei zwar nicht perfekt, aber man könne damit leben. Er klagt
allerdings über lange Wartezeiten auf die Registrierung neuer Pfarren, und meint, man brauche
viel Geduld, um die Erlaubnis zur Einfuhr religiöser Literatur oder zur Einladung ausländischer
Gäste zu erwirken.
Quelle: Forum 18 News Service, Oslo