25.12.2007

Nigeria: In Kano sollen vier Kirchen abgerissen werden

Straßen- und Klinikbau dient als Vorwand zur Zerstörung von Gotteshäusern

Nigeria: In Kano sollen vier Kirchen abgerissen werden

Straßen- und Klinikbau dient als Vorwand zur Zerstörung von Gotteshäusern

 

KANO, Nigeria, 05. Dezember 2007 - Im Norden Nigerias hat die Regierung des Staates Kano
beschlossen, in der Stadt Kano je zwei Kirchen von Pfingstgemeinden sowie der Evangelischen
Kirche von Westafrika (ECWA) abzureißen, um Platz für Straßen und ein Krankenhaus zu
schaffen. Pfarrer Murtala Marti Dangora, Sekretär der Kano-Abteilung des Christenverbandes
(CAN), sagte, der Straßen- und Klinikbau sei ein Vorwand zur Zerstörung der Kirchen. „Die
Regierung hat es abgelehnt, mit uns über diese Kirchen zu reden", sagte er. Laut Dangora habe
der Gouverneur von Kano, Malam Ibrahim Shekarau, in diesem Jahr während des Kampfes um
seine Wiederwahl den Muslimen des Ginginaya-Gebiets versprochen, dort eine ECWA-Kirche
abzureißen und die Polizeikaserne zu verlegen, um ein Krankenhaus zu bauen, wenn sie ihm
ihre Stimme geben würden. Die ECWA-Kirche in Ginginya besuchen christliche Polizisten aus
der Kaserne und ihre Familien sowie andere Angehörige der christlichen Gemeinschaft. Die anderen drei Kirchen sind eine Assemblies - of - God - Kirche , ein
Mountain-of-Fire-and-Miracles-Kirche sowie eine ECWA-Kirche aus dem Gebiet Badawa von Kano.
Christen ohne Kirche
Bereits im vergangenen Jahr hat die Regierung den Stadtrat von Rogo angewiesen, die
HEKAN-Kirche – die einzige Kirche der Stadt – zu zerstören. Seither ist die 70-köpfige
Gemeinde ohne ein Gemeindehaus. Sie darf sich an keinem anderen Ort versammeln, außerdem
hat die Regierung kein Baugrund für sie bereitgestellt. „Während der Abrissarbeiten haben
muslimische Regierungsbeamte Bibeln, Gesangsbücher und Kirchenbänke zerstört", sagte
Muazu Aliyu, Hausmeister der HEKA-Kirche in Rogo. Ebenfall abgerissen worden sei auch ein
auf dem Kirchengrundstück befindliches Gebäude mit 30 Schlafräumen für christliche Beamte,
denen nicht erlaubt wurde, auf muslimischem Besitz zu wohnen. Yahaya Ibrahim, der Pastor
einer anderen HEKAN-Kirche, sagte dem Informationsdienst Compass Direct, der Abriss sei
nur eine Art von Verfolgung der Christen. Auch würden christliche Kinder an öffentlichen
Schulen diskriminiert. „Unsere Kinder können nicht in staatlichen Schulen eingeschult werden,
außer sie ändern ihren Namen in einen muslimischen Namen", sagte er. „Es gibt Zeiten, in
denen Kinder von Christen gezwungen werden, zum Islam überzutreten.“ Im Regierungsbezirk
Rogo gibt es nach Ibrahims Angaben ca. 13 000 Christen in ca. 72 Gemeinschaften, aber Land
für den Kirchenbau wird ihnen verweigert. - Compass Direct