27.12.2007

Türkei: Regierung schickt Sonderermittler nach Malatya


Istanbul/Türkei, 10.12.2007 (Kipa) Das türkische Innenministerium hat zwei Sonderinspektoren
nach Malatya entsandt, um die Vorwürfe behördlicher Verstrickung in den Mord an drei
Christen dort aufzuklären.
Wie die türkische Presse am 10. Dezember meldete, sollen die Inspektoren aus Ankara vor
allem Hinweisen nachgehen, wonach die mutmasslichen Täter vor der Tat im April mit dem
Hauptquartier der polizeilichen Spezialkräfte und mit anderen Vertretern der Sicherheitskräfte
und der Justiz in Verbindung gestanden haben sollen.
Zudem sollen die Inspektoren prüfen, ob die polizeilichen Ermittlungen in dem Fall korrekt
geführt wurden oder ob sie der Verschleierung der Hintergründe und Hintermänner dienten.
Ausgelöst wurde die Entscheidung von Innenminister Besir Atalay durch eine Reihe von
Enthüllungen in türkischen Medien, die eine Verstrickung der Behörden in die Tat nahelegen.
So stellte sich etwa durch Presseberichte heraus, dass der mutmassliche Haupttäter bei dem
dreifachen Mord eine Pistole dabei hatte, die die Polizei erst am Vortag beschlagnahmt hatte.
Die Medien veröffentlichten auch Telefonunterlagen, die belegten, dass die fünf mutmasslichen
Täter in den Monaten vor der Tat telefonischen Kontakt zu einem Staatsanwalt, einem
Militärvertreter und zu den polizeilichen Spezialkräften hatten. Die fünf Männer im Alter von
19 und 20 Jahren stehen seit November für den Mord an dem protestantischen Pastor Necati
Aydin, den deutschen Protestanten Tilman Geske und den türkischen Protestanten Ugur Yüksel
vor Gericht.
Quelle: Katholische Internationale Presseagentur KIPA, Freiburg/Schweiz