12.07.2007

Ägypten: Verwaltungsgericht entscheidet zu Gunsten von Kopten

Neuverhandlung von zwölffachem "Glaubensabfall" beschlossen

Ägypten: Verwaltungsgericht entscheidet zu Gunsten von Kopten

Neuverhandlung von zwölffachem "Glaubensabfall" beschlossen

 

Kairo/Ägypten, 03.06.2007 (Kathpress/APA) Das oberste Verwaltungsgericht in Kairo hat
zwölf zum Islam konvertierten Kopten Recht gegeben, die zu ihrer ursprünglichen Religion
zurückkehren wollen. Ihr Anwalt, Ramses al-Naggar, hat den Entscheid nach Angaben von
Kathpress als "sehr positiv" begrüßt.
Im vergangenen April hatte sich ein Gericht gegen die Rückkehr der Konvertiten zum
Christentum gestellt. Es entschied, ein solcher Schritt stelle einen Akt von "Glaubensabfall" dar,
der mit der Sharia nicht vereinbar sei.
Neuverhandlung
Der Fall der zwölf Revertiten soll nun am 1. September neu verhandelt werden, erklärte der Kairoer Richter Ezzam Abdel Aziz. Für deren Anwalt bedeutet der Entscheid, dass es in
Ägypten noch ein "Fenster der Freiheit" gebe. Der Anwalt hat bereits 400 ähnlich gelagerte
Fälle behandelt. Menschenrechtsorganisationen haben den Entscheid des obersten ägyptischen
Verwaltungsgerichts als Schritt hin zu Nicht-Diskriminierung und Religionsfreiheit gewertet.
Die christlichen Ägypter, die zum Islam konvertieren, tun dies oft, um die strengen
Bestimmungen der koptischen Kirche bezüglich der Scheidung zu umgehen oder um einen
muslimischen Partner zu heiraten.
Die Kopten machen zehn bis zwölf Prozent der mehr als 70 Millionen Ägypter aus. Vor der
islamischen Eroberung waren die meisten Ägypter koptische oder griechisch-orthodoxe
Christen. Vor allem durch den Steuerdruck ging der Anteil der Christen im Verlauf der letzten
1.300 Jahre zurück, ist aber in Ägypten immer noch höher als in anderen heute islamisch
dominierten ehemals christlichen