12.07.2007
Bangladesch: Nach Angriff von Muslimen erhalten Christen Polizeischutz
Christen werden beschuldigt, Muslime zum Religionswechsel verführt zu haben
Bangladesch: Nach Angriff von Muslimen erhalten Christen Polizeischutz
Christen werden beschuldigt, Muslime zum Religionswechsel verführt zu haben
DUBLIN, 10. Juli 2007 - In Bangladesch haben muslimische Dorfbewohner eine Gruppe von
Christen angegriffen. Erst nachdem hochrangige Polizeioffiziere und Regierungsbeamte eingriffen, konnte der Schutz der Christen zeitweilig sichergestellt werden. Zu dem
Zwischenfall kam es am 26. Juni in dem Dorf Durbachari im Bezirk Nilphamari. Die Angreifer
forderten die Christen auf, binnen 24 Stunden den Ort zu verlassen oder sie würden ihre Häuser
zerstören und die Christen erneut verprügeln. Die Polizei stationiert drei Monate lang eine
Schutztruppe, was den Christen, die aus dem Islam konvertiert waren, erlaubt, in ihren Häusern
wohnen zu bleiben und auf ihren Feldern zu arbeiten. Ihre Kinder jedoch können die örtliche
islamische Schule – die einzige im Dorf vorhandene Bildungsmöglichkeit – nicht länger
besuchen. Zu den Angriffen auf Bewohner von Durbachari und das benachbarte Laksmirdanga
kam es nach der Taufe von 42 Männern und Frauen mit muslimischem Hintergrund in einem
Fluss. In beiden Dörfern fesselten Muslime diese Gläubigen in ihren Häusern und verprügelten
sie. Einige Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden und ein Haus wurde zerstört.
Freiwillige Konversion zum Christentum
Menschenrechtsanwälte hatten sich nach erfolglosen Appellen an die Polizei an einen
pensionierten Regierungsbeamten gewandt, der Kontakt mit dem obersten Polizeipräsidenten in
Dhaka sowie dessen Mitarbeitern in der Rajshahi-Abteilung aufnahm. Noch am Abend des 28.
Juni fuhr ein Untersuchungsausschuss bestehend aus dem polizeilichen Abteilungspräsidenten
und einigen Polizeibeamten nach Nilphamari, wo einige Opfer befragt wurden. Diese bezeugten,
aus freien Stücken Christen geworden zu sein und nicht durch Bestechung oder Anreize, wie
von ihren muslimischen Nachbarn behauptet.
Unterdessen wurden drei Menschenrechtsanwälte, die am 28. Juni in einer Polizeistation
Anzeige erstatten wollten, in Gewahrsam genommen. Pastor Hirak Adhikari gelang es, einen
Freund zu informieren, bevor die Polizei sein Mobiltelefon beschlagnahmte. Einem Journalisten
sagte die Polizei am nächsten Tag, die Männer seien unter dem Vorwurf der „Verleitung von
Muslimen, zum christlichen Glauben überzutreten“ festgenommen worden. Später jedoch
bestritt das die Polizei auf telefonische Anfrage. Die drei würden „zu ihrer eigenen Sicherheit“
festgehalten. Am 29. Juni wurden die drei Menschenrechtsaktivisten wieder freigelassen.
Falsche Informationen
Pastor Adhikari zufolge kamen viele Lokalreporter nach Durabachi, die jedoch von den
muslimischen Dorfbewohnern falsche Berichte erhielten. Die Muslime sollen demnach durch
Geld-, Arbeitsplatz- und Hausangebote zu einem Religionswechsel verführt worden sein. Sogar
der Bürgermeister hätte diese Falschaussagen vor Lokalzeitungen gemacht. Ein anderer
Informant bestätigte, dass sowohl Presse- als auch Fernseh-Journalisten Christen und Muslime
in Durabachi interviewt hätten. Vor Christen und Muslimen in Durbachari betonte ein leitender
Polizeibeamter, dass in Bangladesch jede Person das Recht zur Ausübung ihrer Religion habe
und er „ernste Maßnahmen“ ergreifen werde, falls jemand den Christen weitere Schwierigkeiten
bereiten sollte, so Pastor Adhikari.
Compass Direct/OpenDoors