19.07.2007
Weltweite Verstädterung: Größere Städte – mehr Religion
G e n f (idea) - 1.07.07 – Mit der Verstädterung der Weltbevölkerung geht ein Anwachsen der
Religiosität einher. Das führt der jüngste Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen
(UNFPA) aus. Dieser Trend strafe frühere Voraussagen Lügen, wonach eine schnelle
Verstädterung eher zur Verweltlichung führe, heißt es.
Vielmehr sei ein Wachstum religiöser Bewegungen gerade in Städten zu beobachten. Als
Beispiele werden das Aufleben eines radikalen Islams in der arabischen Welt sowie die
Ausbreitung von Pfingstkirchen in Lateinamerika und Teilen Afrikas genannt. Auch im kommunistisch regierten China, wo die Großstädte rasant wüchsen, schlössen sich immer mehr
Menschen Glaubensbewegungen an. Schon im kommenden Jahr werde rund die Hälfte der
Weltbevölkerung von 6,7 Milliarden Menschen in Städten leben. Während die Mega-Städte mit
mehr als zehn Millionen Einwohnern weiter anwüchsen, lebten jedoch die meisten Menschen in
Städten mit weniger als 500.000 Einwohnern. Besonders in Asien und Afrika sei der Trend zur
Verstädterung ausgeprägt. Wie die ökumenische Nachrichtenagentur ENI berichtet, führt
George Martine, ein Hauptautor der UN-Studie, den Zulauf zu Religionen auch darauf zurück,
dass viele Menschen Probleme hätten, sich in der großstädtischen Umgebung zurechtzufinden.
Da nähmen sie Zuflucht zu starken, fundamentalistischen Religionen. Allerdings warnt der
UN-Bericht davor, alle religiösen Phänomene unter der Rubrik „Fundamentalismus“
einzuordnen. Vielmehr werde die religiöse Landschaft vielgestaltiger.