30.07.2007
Ägypten: Konvertitin angegriffen, verhaftet und gefoltert
IGFM fordert den Schutz von in Deutschland lebenden Konvertiten
Ägypten: Konvertitin angegriffen, verhaftet und gefoltert
IGFM fordert den Schutz von in Deutschland lebenden Konvertiten
Alexandria / Frankfurt am Main (20. Juli 2007) – Die 26jährige Konvertitin Eman Muhammad
el-Sayed wurde am 16. Juli 2007 in der ägyptischen Stadt Alexandria von islamistischen
Verwandten angegriffen und mit dem Tode bedroht. Die einschreitende Polizei nahm die junge
Frau, angeblich zu ihrem eigenen Schutz, in Gewahrsam. Im Hauptquartier der Polizei wurde sie
jedoch stundenlangen Verhören und schwerer Folter ausgesetzt. Dieser Vorgang bestätigt die
Auffassung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM), dass Konvertiten nicht
nach Ägypten abgeschoben werden dürfen und von den deutschen Behörden geschützt werden
müssen.
Wie die Nachrichtenagentur Compass berichtet (s.u.), schlenderte die zum Christentum
konvertierte junge Frau zusammen mit ihrem Ehemann, ebenfalls ein Konvertit, am Nachmittag
des 16. Juli über eine Messe in Alexandria, als sie von ihrem Bruder und weiteren Verwandten
überrascht und angegriffen wurde. Ihre islamistischen Angehörigen schlugen auf sie ein,
versuchten sie in ein Auto zu zerren und drohten ihr, sie umzubringen.
Die von Passanten herbeigerufene Polizei nahm el-Sayed in Gewahrsam, während ihrem
Ehemann die Flucht vor den aggressiven Angreifern gelang. Sie wurde umgehend zu der
Bab-Sharky-Polizeistation gebracht. Die extremistischen Familienangehörigen verlangten
daraufhin die Übergabe der jungen Konvertitin, damit sie für den Abfall vom islamischen
Glauben bestraft werden könne. Auf der Polizeistation wurde sie gewaltsam entkleidet und
nackt fotografiert . Die Pol izei übergab sie zur weiteren Befragung an
Staatssicherheitsbedienstete. Nach Zeugenberichten wurde sie auch von Angestellten der
ägyptischen Staatssicherheit wiederholt schwer gefoltert. Dazu gehörten unter anderem
Stromschlägen an empfindlichen Körperbereichen.
In Ägypten kommt es immer wieder zu Übergriffen auf Angehörige der christlichen Minderheit,
insbesondere auf koptische Christen. Der jüngste Vorfall ereignete sich am 6. Juni dieses Jahres,
als militante Islamisten ein koptisches Wohnviertel in der Nähe von Alexandria angegriffen,
zerstört und sieben Christen verletzt haben. „Die ägyptischen Behörden sind an dieser
Entwicklung nicht ganz unschuldig. Oftmals haben sie islamistisch motivierte Angriffe auf
Christen nur geringfügig bestraft, um sich den Ärger der islamischen Bevölkerung vom Hals zu
halten“, kritisiert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.
Keine Ausweisung von Konvertiten
Die IGFM fordert die deutschen Behörden auf, zum Christentum konvertierte ägyptische
Staatsbürger nicht in ihre Heimat auszuweisen, da sie dort von Misshandlung, Folter oder sogar
Mord durch Islamisten oder Behörden bedroht sind.
Weitere Informationen unter www.menschenrechte.de