30.07.2007
Bangladesch: Christen erneut von Muslimen angegriffen
Taufe von 41 Konvertiten aus dem Islam löste Gewalt aus
Bangladesch: Christen erneut von Muslimen angegriffen
Taufe von 41 Konvertiten aus dem Islam löste Gewalt aus
DUBLIN, 24. Juli 2007 - Nach Abzug einer Schutztruppe, die Christen in einem Dorf in
Bangladesch Polizeischutz gewähren sollte, kam es am 10. Juli erneut zu Angriffen auf
Christen. Radikale Islamisten verprügelten und bedrohten Christen in Durbachari, einem Dorf
im Bezirk Nilphamari. Der Polizeischutz sollte ursprünglich für drei Monate gelten, nachdem
es zu gewalttätigen Ausschreitungen von Muslimen gegen Christen nach der Taufe von 41
Konvertiten aus dem Islam gekommen war. Die Polizisten zogen jedoch nach einer Woche
wieder ab. Muslimische Dorfbewohner verprügelten am 26. Juni christliche Konvertiten und
forderten sie ultimativ auf, das Dorf binnen 24 Stunden zu verlassen. Die Polizei stationierte
ursprünglich für drei Monate eine Schutztruppe, was den Christen, die aus dem Islam
konvertiert waren, erlaubte, in ihren Häusern wohnen zu bleiben und auf ihren Feldern zu
arbeiten.
Pastor Adhikari erfuhr am 11. Juli, dass die Spezialtruppe der Polizei nach nur einer Woche
abgezogen war und Muslime in der Nacht des 10. Juli einen christlichen Obsthändler des Ortes
verprügelt und über seine Bekehrung vom Islam verhört hatten. Am 12. Juli haben Adhikari und
Sanjoy, ein weiterer Christ, Christen besucht, um sie zu ermutigen. Abends wurde Sanjoy von
Christen telefonisch informiert, dass muslimische Dorfbewohner mit Stöcken und anderen
selbst gemachten Waffen ihm auf seinem Heimweg auflauerten. Er machte einen zweistündigen
Umweg, um sein Haus zu erreichen. Am 15. Juli erfuhr der Pastor, dass neun bewaffnete
Männer zum Haus eines Christen gekommen waren und ihn mit dem Tod bedrohten. Er tauchte
zeitweilig unter. Kurz nach der Taufe der Christen am 12. Juni hatte man den Christen des
Dorfes die Benutzung des Dorfbrunnens untersagt, so dass sie Wasser von einem ca. 600 m
entfernten Fluss holen mussten. Das schadstoffbelastete Flusswasser führte bei Erwachsenen
und Kindern zu ernsten gesundheitlichen Problemen. Ein christliches Hilfswerk finanzierte den
Ankauf von vier Rohrpumpen, doch kein Muslim aus Durbachari wollte bei ihrer Installation
helfen. Adhikari musste Arbeitskräfte aus einem Nachbardorf anheuern.
Am selben Tage druckte eine überregionale Zeitung einen Artikel über die Christen des Bezirks
Nilphamari, indem Pastor Albert Adhikari als Anwalt der Christen dieser Gegend benannt
wurde. Zitiert wurden auch die Führer von drei bekannten islamischen Gruppen, die ein Verbot
für die Aktivitäten einzelner Christen, Gemeinden und Nichtregierungsorganisationen (NGOs)
in ganz Bangladesch fordern. Sie würden „die armen, hilflosen Menschen von Nilphamari unter
dem Deckmantel des Dienstes“ zum Christentum bekehren wollen. 41 Menschen seien aufgrund
von „finanzieller Hilfe, Darlehen, Arbeitsstellen und anderen Arten der Versuchung“ bekehrt
worden. Aussagen der Christen aus Durbachari, sie wären freiwillig vom Islam zum
Christentum übergetreten, wurden bei den aufgestellten Behauptungen übergangen.
Hintergrund:
Von den 144 Millionen Einwohner in Bangladesch sind 83 Prozent Muslime, 15 Prozent
Hindus, 0,6 Prozent Buddhisten und 0,7 Prozent Christen. Offiziell herrscht Religionsfreiheit,
sie wird aber durch den ständigen Druck der Islamisten ausgehöhlt, zumal das Recht die
ethnischen und religiösen Minderheiten nicht schützt. Mitarbeiter von Open Doors beobachten
einen zunehmenden Extremismus bei einheimischen Muslimen. Christen sind in diesem Land
nicht sicher, insbesondere Muslime, die zum Christentum übergetreten sind.
Compass Direct/OpenDoors