20.06.2007

Irak: Priester weiter in den Händen seiner Entführer

Vier weitere entführte junge Männer wurden freigelassen

Irak: Priester weiter in den Händen seiner Entführer

Vier weitere entführte junge Männer wurden freigelassen

ISTANBUL, 15. Juni 2007 – Noch immer befindet sich ein im Irak entführter chaldäischer
Priester in Gefangenschaft. Vater Hani Abdel Ahad wurde am 6. Juni zusammen mit vier jungen
Männern von bislang Unbekannten verschleppt, als sie im Bagdader Stadtviertel Suleikh einige persönliche Gegenstände mit einem LKW von seinem Pfarrbezirk zum kleineren theologischen
Seminar der Stadt transportierten. Während kirchliche Leiter keine Aussagen über etwaige
Bemühungen um die Freilassung des Priesters oder etwaige Lösegeldzahlungen machen wollten,
berichtete einer von ihnen, dass die vier jungen Leute von Vater Ahad getrennt untergebracht
waren. Die vier jungen Männer wurden am nächsten Tag „auf der Straße stehen gelassen“ und
man habe ihnen gerade genug Geld für ein Taxi nach Hause gegeben. Vater Bashar Warda, der
Rektor des St.-Petrus-Seminars in Erbil sagte dem Informationsdienst Compass Direct, er hoffe,
dass Christen auf der ganzen Welt weiter für Vater Ahads Freiheit beten. Der entführte Ahad ist
der siebte Priester, dessen Entführung in diesem Jahr bekannt wurde. Er arbeitete seit einem
Jahr in dem überwiegend sunnitischen Stadtviertel Suleikh im Nordosten Bagdads, in dem es
weniger oft zu Angriffen gegen Christen kam. Ahad, der zuvor zwei Jahre lang ein Pfarramt im
Libanon führte, arbeitete sowohl als Pfarrer als auch als Assistent des Rektors des Seminars in
der Nähe der Kirche in Suleikh. Auf das Seminar wurden im vergangenen Jahr mindestens zwei
Bombenanschläge verübt wurden. Es wurde vor etwa zehn Monaten aufgrund eskalierender
Gewalt geschlossen.
Priester und drei Diakone sollten zum Islam übertreten
Vater Ahads Verschleppung erfolgte nur Tage nach der Erschießung eines weiteren
chaldäischen Priesters, Ragheed Ganni, am 3. Juni in Mosul. Der Website irakischer Christen
(Ankawa.com) zufolge wurden Ganni und drei Diakonen gesagt, sie sollten zum Islam
konvertieren, bevor sie vor den Augen der Frau eines der Diakone erschossen wurden. Aus
Furcht, in den Toten könnten Sprengkörper versteckt sein, riefen die Gemeindemitglieder die
Polizei und auch das Militär, um die Leichen zu bergen. Als nach drei Stunden noch kein
Beamter erschienen war, holten Christen die Körper von der Straße.
Ankawa.com meldete am 11. Juni auch, dass Unbekannte in der Stadt Telkaif, ca. 16 km
nördlich von Mosul, gegen Mittag einen Bombenanschlag auf ein Kirchengebäude der
assyrischen Kirche des Ostens verübt hatten, bei dem die Gartenmauer sowie die Fenster zu
Bruch gingen und zwei Menschen leicht verletzt wurden. Später sagte Distriktleiter Bassem Blo
gegenüber Ankawa.com, nur 15 Minuten zuvor sei seine Wagenkolonne diese Straße
entlanggefahren. Sicherheitsquellen hätten bestätigt, dass diese Explosion auf ihn persönlich
abgezielt war.
Compass Direct