22.06.2007

Pakistan: Drohbriefe an pakistanische Christen

Verlasst Eure Kirchen und bekehrt Euch zum Islam!

Pakistan: Drohbriefe an pakistanische Christen

Verlasst Eure Kirchen und bekehrt Euch zum Islam!

BF, 14. Mai 2007 - Christen in Charsadda und Mardan in Pakistans "North West Frontier
Provinz" haben Drohbriefe erhalten, dass sie ihre Kirchen schließen und sich innerhalb von zehn
Tagen zum Islam bekehren müssen. Obwohl einige Briefe nicht sagten, was die Folgen wären,
wenn die Christen dem nicht Folge leisten, wird berichtet, dass andere Bombenangriffe oder die
Hinrichtung aller Christen angedroht haben. Die Polizei hat die Bewachung von Kirchen und
Gemeindegebäuden verstärkt.
Die nicht unterschriebenen handgeschriebenen Briefe wurden am 7. Mai in den zwei Städten an
Gemeinden und an Privatadressen von Christen gesendet und geben ihnen eine Frist von zehn
Tagen für die Einhaltung der Forderung. Einige christliche Familien sind schon geflüchtet, seit
die Briefe verteilt wurden. Andere Christen haben gesagt, sie wüssten, dass die Militanten
Islamisten sie töten könnten, aber sie vertrauen, dass Gott sie beschützt und werden den
Drohungen nicht nachgeben. Shahbaz Bhatti, Leiter vom "Bündnis aller Christen in Pakistan",
meinte dazu: "Diese Extremisten fordern uns auf, unsere Religion zu ändern. Wir tun es nicht,
selbst wenn wir deswegen sterben müssen."
Überall in Pakistan beteten und fasteten Christen vom 17. Mai (dem Tag, an dem das Ultimatum
an die Christen erlischt), bis zum 27. Mai. Etwa 500 Christen leben in Charsadda, wo Militante
Islamisten Einschüchterung und Gewalttätigkeit verwenden, um einen strengen islamischen
Lebensstil durchzusetzen, der dem ähnelt, den die Taliban im nahe gelegenem Afghanistan
durchsetzen. Die "Militanten Islamisten" bombardieren Musikläden, üben Druck auf Friseure
aus, keine Bärte abzurasieren, und versuchen, die Mädchenschulen zu schließen. Es geschah in
Charsadda, wo Aftab Ahmed Khan Sherpao, der Innenminister Pakistans, im April nur knapp
dem Tod bei einem Selbstmordattentat entkam, bei dem 28 Menschen getötet wurden.
Das Bibelinstitut wurde auch bedroht
Rev. Mano Rumalshah, Bischof der "Kirche von Pakistan" in Peshawar, in dessen Diözese
Charsadda und Mardan liegen, gab in einem gespräch mit BF seiner ernsten Sorge wegen des
Ultimatums an die Christen Ausdruck. Zwei "Militante Islamisten" , im Stil der Taliban
gekleidet, besuchten in derselben Woche, als die Drohbriefe erschienen, das Pakistanische
Bibelinstitut. Es waren gerade keine älteren Angestellten anwesend, so hielten die Militanten
Islamisten eine Waffe an den Kopf eines jungen Mitarbeiters und begannen, ihn zu bedrohen.
Sie sagten, sie hätten vernommen, dass sie die Moslems dort bekehren würden. Sie wollten
gerade abdrücken, als sie ein Geräusch störte. Da flohen sie.
Gesetz gegen den Abfall vom Glauben
Inmitten des Drucks der wachsenden Islamisierung in Pakistan gibt es eine neue Bedrohung für
Christen aus muslimischem Hintergrund. Bis jetzt haben sich solche Konvertiten noch mit
keiner legalen Strafe konfrontiert gesehen, obwohl Belästigung oder Gewalttätigkeit von
Familie und der örtlichen Bevölkerung alltäglich sind. Manchmal werden andere legale
Vorwände verwendet, um Druck auf sie auszuüben. Jetzt jedoch überlegt Pakistans
Nationalversammlung einen Entwurf für ein Gesetz gegen den Abfall vom Islam, der von der "Muttahida Majlis e-Amal"- Partei eingebracht wurde.
Das Gesetz, das an das Komitee für Gesetz und Gerechtigkeit zur Begutachtung geschickt
wurde, sieht gemäß der Sharia (des Islamischen Gesetzes) für das Verlassen des Islams die
Todesstrafe für Männer vor und für erwachsene Frauen Gefangenschaft.
Liegt dem ein Muster zu Grunde?
Kommentar von Patrick Sookhdeo, dem internationalen Direktor von, "Barnabas Fund":
"Diese Drohbriefe an pakistanische Christen sind für sich allein genommen schon entsetzlich,
aber im Licht der Ereignisse in anderen Ländern rufen sie noch eine größere Beunruhigung
hervor. Solche Drohungen gibt es auch gegen Christen im Irak, manchmal in schriftlicher Form,
manchmal nur mündlich.
Letzten Freitag waren solche Drohbriefe an Christen in dem ägyptischen Dorf Behma, südlich
von Kairo, Anlass für Gewaltausbrüche. Die Briefe verurteilten das Errichten eines
Gemeindegebäudes. Und das Ergebnis waren Unruhen, in denen Christen verletzt und ihre
Häuser und Geschäfte angezündet wurden.
Der Vorfall im Pakistanischen Bibelinstitut erinnert an die Ermordung dreier Christen in einem
christlichen Verlagshaus letzten Monat in der Türkei.
Ist das bloß kopierter Terrorismus oder steckt da eine international organisierte Strategie gegen
die Minderheit der Christen in islamischen Ländern dahinter?"
Übersetzung: AKREF/MZ