29.05.2007

Deutschland: Behörden verweigern Indern Besuch des Kirchentages

Köln/Deutschland, 21.05.2007 (epd). Die deutsche Botschaft in Indien verwehrt offenbar
mehreren evangelischen Indern eine Besuchsreise nach Sachsen und zum evangelischen
Kirchentag in Köln. Bisher hätten nur zwei Männer einer neunköpfigen Jugendgruppe einreisen
dürfen, sagte der Jugendwart des sächsischen Kirchenbezirks Kamenz, Dirk Möller, am Montag
dem epd.
Die Einreise-Erlaubnis werde durch die Botschaft "mit fadenscheinigen Begründungen"
abgelehnt, sagte Möller. Der Kirchenbezirk bürge für den Unterhalt der Gäste, die über korrekte
Papiere verfügten. "Das sind keine Wirtschaftsflüchtlinge."
Auch das Leipziger Missionswerk kritisierte das Verhalten der deutschen Vertretung in Indien.
Für einen erneuten Visumsantrag müsse jeder der Gäste das monatliche
Durchschnittseinkommen einer indischen Erzieherin zahlen, betonte eine Sprecherin. Dennoch
werde ein neuer Versuch unternommen. Das Missionswerk unterhält langjährige Beziehungen
zur evangelischen Tamilkirche in Indien, der die Gäste angehören.
Die Protestanten aus dem südindischen Tranquebar wollen zum Abschluss ihrer
Deutschlandreise unter anderem den Kölner Kirchentag besuchen, zu dem vom 6. bis 10. Juni
rund 100.000 Dauerteilnehmer erwartet werden.
Quelle: Evangelischer Pressedienst epd, Frankfurt am Main/Deutschland