02.11.2007
Israel: Brandanschlag auf christliches Gemeindezentrum in Jerusalem
Am Jerusalemer Baptistenhaus entstand ein Sachschaden von rund 14.000 Euro.
Israel: Brandanschlag auf christliches Gemeindezentrum in Jerusalem
Am Jerusalemer Baptistenhaus entstand ein Sachschaden von rund 14.000 Euro.
J e r u s a l e m (idea) - 25.10.07 – Auf ein christliches Gemeindezentrum in Jerusalem ist am
Abend des 23. Oktober ein Brandanschlag verübt worden. Ziel war das Baptistenhaus, in dem
sich vier Gemeinden zu Gottesdiensten mit insgesamt 500 Besuchern versammeln. Nach einer
ersten Schätzung der Versicherung entstand ein Schaden von rund 14.000 Euro.
Menschen wurden nicht verletzt. Der oder die Brandstifter hatten an drei Stellen Feuer gelegt.
Das Gebäude gehört den Südlichen Baptisten in den USA. Der Verwalter des Hauses, Joseph A.
Broom, erklärte, er wisse von keinen Drohungen im Vorfeld des Anschlags. „Mit unseren
israelischen Nachbarn und den jüdischen Gemeinden im Umkreis haben wir seit Jahren eine
sehr gute Beziehung.“ Ein Ermittler der Versicherung geht nach einer ersten Bestandsaufnahme
von Vandalismus aus.
Russische Gemeinde erhielt Drohungen
Nicht überrascht über den Anschlag zeigte sich der Pastor der russischsprachigen Gemeinde in
dem Zentrum, Viktor Blum: „Wir erhalten seit Jahren Drohungen.“ Im Umfeld seiner Wohnung
seien Flugblätter verteilt worden, in denen vor seiner Gemeinde als „gefährlicher Sekte“
gewarnt wurde, die Juden zum Christentum bekehre. Blum weist diesen Vorwurf zurück. Ziel
sei es, russische Neueinwanderer zu ihren jüdischen Wurzeln zurückzuführen. „Keinesfalls ist
es unser Ziel, die Leute zu Christen zu machen. Durch unsere evangelistischen Bemühungen
wollen wir sie in den Kontext ihrer Geschichte einfügen.“
Stecken Ultra-Orthodoxe hinter der Tat?
Blum verdächtigt die Antimissionsliga Jad LeAchim, hinter den Flugblättern in hebräischer und
russischer Sprache zu stehen. Der Pastor will sich durch den Anschlag nicht einschüchtern
lassen: „Am nächsten Wochenende werden wir uns hier wieder zum Gottesdienst versammeln.“
Die Gemeinde hat rund 100 Mitglieder. Der Leiter der orthodox-jüdischen Gemeinde, die sich
gegenüber dem Baptistenhaus befindet, Gideon Mamrot, verurteilte die Tat: „Dieser Anschlag
tut mir sehr, sehr weh.“ Das Baptistenhaus war bereits am 9. Oktober 1982 Ziel von
Brandstiftern. Damals war das Gebäude bis auf die Grundmauern abgebrannt. Die
ultra-orthodoxen Täter wurden gefasst und verurteilt.