09.11.2007

Nigeria: Zwei Christen nach Hasspredigten ermordet

Angriffe erfolgten nach Aufrufen zum gewaltsamen Dschihad

Nigeria: Zwei Christen nach Hasspredigten ermordet

Angriffe erfolgten nach Aufrufen zum gewaltsamen Dschihad

KADUNA, Nigeria, 24. Oktober 2007 - Nach dem Aufruf muslimischer Führer zu einem
gewalttätigen Dschihad gegen junge Christen wurden am 12. Oktober in Kaduna im
gleichnamigen Bundesstaat in Zentralnigeria ein Mann mit einem Schwert getötet und ein
weiterer erschlagen. Bei den Toten handelt es sich um den 24-jährigen Henry Emmanuel Ogbaje
und laut Angaben von Pastor Joshua Magaji um einen als Basil bekannten jungen Christen aus
dieser Gegend. Laut Saigu Dogo, Sekretär der Nordnigeria-Abteilung des Christenverbandes
von Nigeria (CAN), wurde der Katholik Basil am Gamji-Tor von Muslimen angegriffen, als er
aus der Kirche kam. Er sei auf dem Weg ins Krankenhaus an den Verletzungen des
Schwertangriffes gestorben. Henry Ogbadjes wurde in der Nähe des Tores angegriffen und mit
Knüppeln geschlagen und dann bewusstlos liegen gelassen. Er verstarb am Sonntag an seinen
Verletzungen. Beide Morde ereigneten sich am Id al-Fitr [Zuckerfest, Fest des Fastenbrechens],
mit dem Muslime das Ende des Fastenmonats Ramadan feiern. Ogbaje war Sonntagsschullehrer
an der protestantischen Militärkirche in der Kotoko-Kaserne in Kaduna. Basil gehörte der
katholischen Gemeinde Our Lady of Apostles an. Saidu Dogo sagte dem Informationsdienst
Compass Direct, der islamische Scheich Gumi habe Muslime während des Ramadan bei einer
Koranlesung und -auslegung im Fernsehen dazu aufgerufen, einen gewaltsamen Dschihad gegen
Christen zu führen. Dogo berichtete, er habe diese Hasspredigt, die am 21. und 22. September
in einem anderen Sender wiederholt worden sei, selbst im amtlichen Fernsehen (NTA) gehört.
„Er rief zu einem Dschihad auf", sagte Dogo. Dabei sollten nicht die alten Leute umgebracht
werden, da sie ihre Jahre schon verbraucht hätten. Muslime sollten stattdessen junge Christen
töten. Scheich Gumi habe seinen Aufruf zum Dschihad damit gerechtfertigt, dass der Prophet
Mohammed auf diese Weise die arabische Halbinsel eroberte. Muslime sollten „dafür kämpfen,
Nigeria zu übernehmen, indem sie gegen Christen in den Krieg ziehen“. „Wir glauben, dass die
Ermordung von Henry Ogbaje und Basil die Folge derartiger Predigten dieser muslimischen
Führer war", sagte Dogo. Er beklagte, dass die NTA, eine Agentur der nigerianischen
Regierung, für derartige Hasspredigten benutzt werden konnte. Außerdem unternehme die
nigerianische Regierung keinerlei Anstrengungen, eine solche Manipulation der Medien zu
unterbinden.
Morde sollten Racheakte provozieren
Dogo appellierte an die nigerianische Regierung, schnell zu handeln, um dem systematischen
Versuch einer Vernichtung des Christentums in Nordnigeria entgegenzutreten. Pastor Joshua
Magaji vom CAN im Bundesstaat Kaduna ist der Meinung, durch die Morde sollten Christen
provoziert werden, Vergeltung zu üben, um Gewaltakte auszulösen. Während der vergangenen
drei Jahrzehnte starben Zehntausende Menschen in Folge religiös motivierter Gewalt. Seit der
Einführung der Scharia, dem islamischen Recht, im Jahr 2000 kam es zu mehreren
Gewaltausbrüchen. Staatliche Bemühungen, um Konflikte durch die Einrichtung interreligiöser
Räte und glaubensübergreifender Dialoge zwischen Muslimen und Christen zu verhindern,
hätten wenig oder keine Erfolge gehabt, beklagte Pastor Magaji, denn die Angriffe auf Christen
seien unvermindert fortgesetzt worden.
Compass Direct/OpenDoors