09.11.2007
Türkei: Zunahme von Drohungen und Gewalt gegen Christen
(Open Doors) - 19. Oktober 2007 – Entgegen der Aussage des türkischen Präsidenten Abdullah
Gül vor dem europäischen Rat in Strassburg, es gäbe in seinem Land keinerlei Übergriffe auf
Christen, bestätigt die protestantische Minderheit eine Zunahme von Drohungen und Gewalt in
den letzten Monaten. Die Zunahme ist vor allem seit der rituellen Abschlachtung dreier Christen
in Malatya am 18. April 2007 spürbar. Drei Mitarbeiter des christlichen Verlagshauses Zirve,
zwei Christen mit muslimischem Hintergrund und ein Deutscher, waren ermordet worden.
Soner Tufan, der Direktor der christlichen Radiostation Radio Shema in Ankara, berichtet von
fast wöchentlichen Drohungen gegen seine Angestellten. Pastor Ramazan Arkan aus Antalya hat
vier Beschwerden gegen den Immobilienmakler Rasim Eryildiz eingereicht, der regelmässig die
Gemeindeglieder bedroht. Eine 82-jährige Person wurde im August nach einem Gottesdienst
mit einem Stuhl geschlagen. Am 21. Februar berichteten die Medien von einem „Skandal in der
Kirche.“
Obwohl der Staatspräsident alles abstreitet, nehmen Übergriffe und Bedrohungen zu. Pastor
Ramazan Arkan sagte: „Dies alles ist sehr ernst zu nehmen. Man will unseren Ruf unter dem
Volk schädigen.“