18.10.2007
Nigeria: Islamisten bedrohen Brüdergemeinde
Besonders ehemalige Muslime sind in Gefahr und müssen untertauchen
Nigeria: Islamisten bedrohen Brüdergemeinde
Besonders ehemalige Muslime sind in Gefahr und müssen untertauchen
MAIDUGURI, Nigeria, 15. Oktober 2007 – In Nigeria werden Christen einer Brüdergemeinde
von Islamisten bedroht, was die religiösen Spannungen in der Stadt erhöht. In Maiduguri gingen
laut Informationen des Christenverbandes von Nigeria (CAN) innerhalb einer Woche drei
schriftliche Drohungen an die 3 000 Mitglieder der Church of the Brethren in Nigeria ein. Die
Christen würden in den nächsten Tagen angegriffen werden, hieß es in den Schreiben. Im
nordnigerianischen Bundesstaat Borno wurden im vergangenen Jahr 50 Christen getötet und 57
Kirchen zerstört. Polizei und Sicherheitsdienste waren in der Nacht des 9. Oktober im
Alarmzustand als zu unüblichen Zeiten muslimische Gebetsrufe erklangen. Mit gepanzerten
Fahrzeugen patrouillierte die Polizei in den Straßen, um mögliche Anschlagspläne zu
durchkreuzen. Nigerias Sicherheitsdienste und führende Christen haben am 9. Oktober eine
Dringlichkeitssitzung über Maßnahmen zum Schutz der Christen abgehalten für den Fall eines
islamischen Schlages gegen die Brethren Church, gegen deren Existenz die Muslime der Stadt
schon lange protestieren.
Konvertiten in Gefahr
Pastor Daniel Mbaya zufolge wurden bereits die meisten Christen der Stadt, die aus dem Islam
konvertierten, von Familienangehörigen und anderen Muslimen mit dem Tode bedroht. Deshalb
hätten sie den Konvertiten Hussaini Mohammed in einen anderen Bundesstaat bringen müssen,
um sein Leben zu schützen. Es sei auch erforderlich gewesen, einen weiteren Christen zu
verstecken, dessen Leben bedroht sei. Insgesamt versteckt die Church of the Brethren in Nigeria
etwa zehn ehemalige Muslime in verschiedenen Teilen des Landes. „Christ zu werden bedeutet
dauerhafte die Trennung von der Familie", sagte Mbaya, „Bei einer Rückkehr zu ihren Familien,
würde man sie ganz sicher umbringen." Alle christlichen Gemeinden in Maiduguri würden
harten Zeiten entgegen sehen. Außerdem diskriminiere man Christen sowohl im öffentlichen
Dienst als auch in Schulen oder Kinder von Christen im Bundesstaat Borno würden entführt
werden. „Einem Mitglied unserer Kirche wurde ihre Anstellung am Ramat-Politechnikum
gekündigt, als sie sich gegen die Diskriminierung christlicher Mitarbeiter und Schüler der
Einrichtung aussprach", berichtete der Pastor. Er erwähnte auch die Entführung von Maryamu
Bulus, einem Mädchen aus seiner Gemeinde, das mit einem Muslim zwangsverheiratet wurde.
Über die Arbeit unter Muslimen sagte Mbaya: „Unter Muslimen als Geistlicher zu dienen, ist
sehr herausfordernd und sehr schwierig.“ Auch die Einführung des islamischen Rechtssystems,
der Scharia, die zwangsweise Verlegung von Kirchen sowie die Schwierigkeiten, Land für einen
Kirchenbau zu erhalten, seien Probleme, mit denen Christen in diesem Bundesstaat konfrontiert
sind, so Mbaya.
Compass Direct/OpenDoors