04.09.2007
Indonesien: in Westjava werden weiterhin christliche Kirchen bedroht und geschlossen
Vor allem in Westjava werden weiterhin christliche Kirchen bedroht und geschlossen: Wie die
Nachrichtenagentur Reuters meldete, stürmten am 3. Juni im westjavanischen Soreang etwa 100
Angehörige der Anti-Apostasie-Allianz-Bewegung in eine Sonntagsschulklasse „Assembly of
God“ (GSJA), zerstörten Glasbilder von Jesus Christus, wollten einen Teenager zwingen, auf
die Bibel zu spucken, und traten ihm dann in den Bauch. Schreiend und weinend liefen die
Kinder davon. Die extremistischen Muslime verlangten die Schließung der Kirche, da sie keine
ordentliche Genehmigung habe. Am 9.6. griff in Talegong (ebenfalls Westjava) eine Gruppe
Muslime eine weitere Gemeinde der „Assemblies of God“ (GSJA) an. Türen, Dächer, Fenster
und Küchenmöbel wurden zerstört, eine Bibel sowie Besitzurkunden für das Kirchengrundstück
weggenommen und die Frau des Pastors mit einer Machete bedroht. Ein Regierungsbeamter
konnte weitere Gewalt verhindern. Die meisten der Gemeindeglieder stammen aus islamischem
Hintergrund. Wie die Jakarta Post meldete, kamen am 15.6. rund 150 Demonstranten aus der
Moscheebewegungsfront (FPM) und der Anti-Apostasie-Allianz zu einem Protestmarsch
zusammen. FPM-Führer Suryana Nur Fatwa warnte die Behörden, falls sie illegale Kirchen
nicht schließen würden, werde die Bewegung das in die eigenen Hände nehmen: Für den
Regierungsbezirk Bandung/West Java legte Fatwa eine Liste von 26 Privathäusern vor, die als
Kirchen genutzt wurden. Er behauptete, 17 davon hätten ihre Arbeit freiwillig eingestellt, neun
andere aber würden sich noch zum Gottesdienst versammeln. Auch innerhalb der indonesischen
Muslime herrschen derzeit starke Spannungen zwischen toleranten und fanatischen Gruppen.
Wir beten für die bedrängten Christen in Westjava sowie für die Muslime und Christen, die sich
für sie einsetzen, wie z.B. das „Forum für Gerechtigkeit und Grundrechte der
Religionsgemeinschaften“ des Abdiel-Dozenten Gunarto.
Quelle: Aktuelle Nachrichten aus Java No.90, 30.08.2007