17.04.2008
Gebetsaufruf der protestantischen Kirchen der Kirgisischen Republik
Folgender Gebetsaufruf erreicht uns zu dieser Ausgabe:
Im Namen der protestantischen Kirchen der Kirgisischen Republik bitten wir Sie, uns in der schweren Zeit, in der wir uns befinden, in Ihrem Gebet zu unterstützen. Wir danken Gott, dass er uns die Möglichkeit geben hat 17 Jahre lang in einem Land zu leben, das sich Hervorgehoben hat in den Bemühungen demokratische Prinzipien zu implizieren; vor allem im Bereich der Gewissensfreiheit, der Glaubensfreiheit und der Freiheit persönlicher Gewissensüberzeugungen.
In den letzen 10 Jahren wird in unserem Lande gezielt daran gearbeitet, Änderungen in den Gesetzen durchzuführen, die die Religionsfreiheit einschränken würden. Uns ist bewusst, dass sich die Lage in Kirgisistan verändert hat; dass die Religiosität gewachsen ist, besonderes in der Hinwendung zum Islam, und dass das Land unter der Gefahr des Terrorismus und Extremismus steht. Wir verstehen die Gefahren in denen sich das Land befindet und haben auch Verständnis dafür, dass neue Gesetze erarbeitet werden müssen. Gleichzeitig sind wir besorgt darüber, dass in den Gesetzesprojekten die in den letzten Jahren vorgestellt wurden, immer wieder Punkte enthalten sind die ernsthaft die Rechte der Christen einschränken. Betroffen sind die Möglichkeit sich frei zu versammeln und offen von unserem Glauben zu reden. Wir teilen Euch mit, dass zurzeit eine Gesetzesvorlage unter dem Titel "Über die Freiheit der Glaubensausübung und religiöser Organisationen" vorbereitet ist, die in den nächsten Tagen dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt wird.
Falls das Parlament diesen Gesetzesentwurf annimmt, wird das unserer Meinung nach folgende Auswirkung haben:
- Es wird zu Spannungen kommen zwischen der lokalen Bevölkerung und den Christen vor Ort
- Es wird dazu führen, dass viele bereits staatlich-registrierte, religiöse Organisationen geschlossen werden
- Es wird kaum möglich sein neue religiöse Vereinigungen (Gemeinden) und Bunde zu registrieren
- Es wird wesentlich schwerer werden christliche Missionen und Ausbildungsstätten zu registrieren und ihre Arbeit auszuüben
- Religiöse Erziehung für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre (wie Kinderstunden) wird untersagt sein
- Es wird ernsthafte Schwierigkeiten schaffen die Beerdigungen von Glaubensgeschwistern aus dem kirgisischen Volk durchzuführen
Deshalb bitten wir Sie für folgendes zu beten:
- Für Weisheit von Gott, damit wir uns in dieser Situation richtig verhalten
- Das Gott uns befähigt die Einheit zu erhalten und in dieser schwierigen Situation ganz auf die Hilfe von oben zu vertrauen
- Für die Verantwortlichen in der Regierung, dass der Herr ihre Herzen verändert damit sie der Gemeinden Jesu in Kirgisistan nicht schaden können
- Das Gott uns eine wohlwollende Einstellung zu der Obrigkeiten unsere Land erhalten möge
- Das der Herr die Situation in unserem Land so fügt, dass Kirgisistan ein Land bleibt in dem wir frei glauben, uns frei versammeln und frei mit anderen Menschen über unseren Glauben reden können