04.02.2008
Deutschland: IGFM fordert Ökumenischen Tag für verfolgte Christen
Frankfurt/M. (17. Januar 2008) Mit einer neuen Initiative will die Internationale Gesellschaft für
Menschenrechte (IGFM) die Ausrichtung eines jährlich wiederkehrenden ökumenischen Tags
für die verfolgten Christen voranbringen. Angesichts der weltweit zunehmenden Aggression
gegen Christen hatte die IGFM bereits vor zehn Jahren einen gemeinsamen Gedenk- und
Gebetstag aller christlichen Kirchen gefordert. Gerade der oft von bedrängten oder verfolgten
Christen empfundenen Ökumene sollte ein gemeinsamer Gedenk- und Gebetstag für verfolgte
Christen entsprechen.
Anlass für die neuerliche IGFM-Initiative, die von einer Unterschriftensammlung begleitet wird,
sind das 100jährige Jubiläum der am 18. Januar 2008 beginnenden Weltgebetswoche für die
Einheit der Christen. Auch die jüngsten Forderungen des evangelisch-lutherischen
Landesbischofs von Bayern, Johannes Friedrich, machen die Dringlichkeit deutlich. Friedrich
hatte gefordert, dass der Ökumenische Kirchentag 2010 in München ein Zeichen der christlichen
Gemeinsamkeit setzen solle.
Nach Informationen der IGFM leiden ca. 200 Millionen der über zwei Milliarden Christen
weltweit unter Unterdrückung bis hin zur offenen Verfolgung. Besonders die Christen in den
islamischen Staaten, aber auch in Indien, brauchen die Solidarität der gesamten Kirche, so die
IGFM. So war es in Indien um die Zeit des vergangenen Weihnachtsfestes im Bundesstaat
Orissa zu pogromartigen Ausschreitungen gegen Christen, deren Eigentum und gegen
Kirchengebäude gekommen.
Bereits vor zehn Jahren hatte die IGFM 1998 eine ähnliche Initiative gestartet und 1999 der in
Frankfurt ansässigen „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ mehrere tausend
Unterstützerunterschriften übergeben. Auch die jetzige Initiative ist mit einer
Unterschriftensammlung verbunden. Die neugesammelten Unterschriften sollen zu einem
Reflexionsprozess führen und im Vorfeld des im Mai 2010 stattfindenden Ökumenischen
Kirchentags übergeben werden. Einen ersten Schritt in Richtung Verwirklichung des Anliegens sieht die IGFM im Anschluss
der Evangelischen Landeskirche in Württemberg an den von der Deutschen Katholischen
Bischofskonferenz als Gedenktag für verfolgte Christen benannten Stephanustag am 26.
Dezember eines jeden Jahres.