19.02.2008

Malaysia: Behörden immer restriktiver gegen Nichtmuslime

Christen, Buddhisten und Hinduisten fürchten zunehmend, dass islamische Hardliner das Recht auf freie Ausübung ihrer Religionen aushöhlen

Malaysia: Behörden immer restriktiver gegen Nichtmuslime

Christen, Buddhisten und Hinduisten fürchten zunehmend, dass islamische Hardliner das Recht auf freie Ausübung ihrer Religionen aushöhlen

 


Singapur-Kuala Lumpur, 31.01.2008 (KAP) Zwei neue Streitfälle zwischen Muslimen und den
Angehörigen anderer religiös-ethnischer Gruppen heizen den Konflikt zwischen den Religionen
in Malaysia weiter an. Dabei fürchten Christen, Buddhisten und Hinduisten zunehmend, dass
islamische Hardliner das Recht auf freie Ausübung ihrer Religionen aushöhlen.
Zuletzt hatten islamische Religionsbehörden den Leichnam eines am 20. Januar verstorbenen 76
Jahre alten Chinesen beschlagnahmt und nach islamischem Ritus bestattet. Der Mann sei kurz
vor seinem Tod zum Islam übergetreten, erklärten die islamischen Behörden zur Begründung.
Der Sohn des Verstorbenen bestreitet das vehement. Sein Vater sei seit einem Schlaganfall vor
zwei Jahren sprachunfähig gewesen, zitiert ihn am Donnerstag die in Singapur erscheinende
Tageszeitung "Straits Times".
In dem anderen Fall kämpft die nicht-muslimische Mutter eines vor acht Jahren verstorbenen
Mannes darum, als Begünstigte der Lebensversicherung ihres Sohnes anerkannt zu werden. Das
wird der Frau jedoch von den islamischen Behörden verweigert, meldet die Zeitung.
Der indischstämmige Mann war zu Lebzeiten zum Islam übergetreten, und nach islamischem
Recht können Angehörige anderer Religionen nicht von Muslimen erben. Weltliche Gerichte
haben sich im dem Fall für nicht zuständig erklärt und die Frau an ein islamisches Scharia-
Gericht verwiesen.
Die beiden Fälle sind die vorläufig letzten in einer Serie von ähnlichen Streitfällen zwischen
Muslimen und Nichtmuslimen in Malaysia. Die katholischen Bischöfe Malaysias hatten Ende
Dezember gegen das Verbot der Benutzung des Wortes "Allah" für Gott in katholischen
Publikationen Klage bei einem Gericht in Kuala Lumpur eingereicht.
Auf den Index verbotener Bücher in Malaysia landeten außerdem elf Bücher ausländischer Autoren. In diesen Fällen ging es um eine angeblich "falsche Darstellung des Islam".
Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress (KAP), Wien/Österreich