19.02.2008

Nigeria: Abgelehnter Heiratsantrag führt zu blutiger Gewalt gegen Christen

Christin will Muslim nicht heiraten – Er bezichtigt sie der Blasphemie

Nigeria: Abgelehnter Heiratsantrag führt zu blutiger Gewalt gegen Christen

Christin will Muslim nicht heiraten – Er bezichtigt sie der Blasphemie

 

YANA, Nigeria, 14. Februar 2008 – Nachdem in Nigeria eine junge Christin seinen
Heiratsantrag ablehnte, löste ein junger Muslim blutige Gewalt gegen Christen aus. Der Mann
bezichtigte die Frau der Blasphemie, was am 2. Februar in Yana/Staat Bauchi zu einem
gewalttätigen Aufruhr führte, bei dem ein Mensch starb, sieben Christen verletzt und fünf
Kirchen zerstört wurden. Pastor Garba Gaius von der Evangelischen Kirche Westafrikas
(ECWA) sagte dem Informationsdienst Compass Direct, Paitence Yusuf sei am Abend des 1.
Februar von einem jungen Mann besucht worden, der ihr sagte, er wolle sich mit ihr befreunden
und sie heiraten. Die überraschte Yusuf habe seinen Antrag scharf abgelehnt. Sie wollte gerade
ins Haus zurückgehen, als der Mann, dessen Identität nicht bekannt gegeben wurde, zu ihr sagte:
„Ich bitte dich im Namen Gottes und seines Gesandten Mohammed, mich bitte als deinen
Freund zu akzeptieren". Yusuf habe daraufhin erwidert: „Du bittest im Namen einer Person, die
ich nicht kenne. Jesus kenne ich, aber Mohammed kenne ich nicht." Daraufhin habe der Mann
in der Nacht Freunde und Nachbarn zusammengebracht und erzählt, Yusuf habe Mohammed
gelästert.
Christin in Schutzhaft
Als der Muslim mit weiteren Männern der Christin vor ihrem Haus Gotteslästerung vorwarf,
flüchtete Yusuf auf die Polizeistation, wo sie in Schutzhaft genommen wurde. Die Polizei lehnt
die Auslieferung an die Muslimgruppe ab, die sie nach islamischem Recht wegen Blasphemie
töten wollte. Daraufhin brannte die Gruppe die Polizeistation nieder. Die Polizei feuerte
daraufhin in die Menge, wobei ein Mann getötet wurde. Bewaffnet mit Schusswaffen,
Macheten, Knüppeln und Schlägern zogen Hunderte von Muslimen auf die Straße und griffen
Christen an und verletzten viele von ihnen. Fünf Kirchen – die ECWA-Kirche, eine
anglikanische Church of Nigeria, eine apostolische, eine römisch-katholische Kirche sowie eine
Church of Christ in Nigeria – wurden ebenso zerstört wie Häuser von Christen. Berichten
zufolge sollen etwa 1.000 Menschen vertrieben worden sein. Laut Pastor Gaius sei es „normal“
geworden, dass Muslime der Gegend junge Christinnen zum Vorwand für Angriffe auf Christen
benutzen. Zudem erschweren muslimische Beamte den Gemeinden den Erwerb von Land.
Yusuf, eine Waise, befindet sich nach Auskunft des Pastors immer noch in Schutzhaft. Sie
wohnte bei Pflegeeltern und arbeitete für ein Programm der Erwachsenenbildung.
Compass Direct/OpenDoors