24.02.2008
Türkei: Plünderung der Kirchen im Tur Abdin
Ankara/Türkei, 05.02.2008 (KAP) Das türkische Kulturministerium hat eine
Expertenkommission in den Südosten des Landes entsandt, um Beschwerden der örtlichen
Christen über die Plünderung ihrer Kirchen nachzugehen. Wie die Lokalpresse im Tur Abdin
berichtete, besuchten die Experten mehrere der rund 70 syrisch-orthodoxen Klöster und
Kirchen. Sie wurden nach Angaben der Pfarrgemeinden von Viehhirten und "Schatzsuchern"
geschändet. Die Vorsitzende des syrisch-orthodoxen Kulturvereins in der Kreisstadt Midyat,
Yuhanna Aktas, zeigte sich zufrieden über das Eingreifen der Behörden.
"In einigen Klöstern haben die Schatzjäger sogar die Gebeine unserer Geistlichen ausgegraben",
zitierten Medien Aktas: "Wenn unsere Kirchen nicht unter staatlichen Schutz gestellt werden,
dann müssen wir befürchten, dass noch weitere Gotteshäuser geplündert werden". Nach
Angaben ihres Vereins werden viele verlassene Kirchen der syrisch-orthodoxen Christen von
örtlichen Hirten als Viehställe oder Scheunen genutzt. Andere wurden demnach von
Schatzjägern durchwühlt, die nach angeblich vergrabenem Gold ausgewanderter Christen
suchten.
Der Tur Abdin zählt zu den ältesten christlichen Gegenden der Welt.
Die Kirchen in der Region sind teils mehr als 1.500 Jahre alt. Vor Armut, Anfeindungen und
PKK-Krieg in der Region flohen die meisten christlichen Einwohner in den vergangenen
Jahrzehnten in die Westtürkei und nach Westeuropa. Im Tur Abdin selbst leben heute noch
einige Tausend Christen.
Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress (KAP), Wien/Österreich.