19.01.2008
Deutschland: Ministerpräsident Koch besorgt über Christen-Verfolgung
(Bonn, 10.01.2008) Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat sich am Dienstag, 11.
Dezember 2007, über die Situation von Christen informiert, die aufgrund ihres Glaubens
verfolgt werden. In dem Gespräch, zu dem Koch den Beauftragten der Deutschen Evangelischen
Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Wolfgang Baake
(Wetzlar), und den Geschäftsführer des Arbeitskreises „Religionsfreiheit, Menschenrechte,
Einsatz für verfolgte Christen“ der Deutschen Evangelischen Allianz, Professor Thomas
Schirrmacher (Bonn), eingeladen hatte, erklärte Schirrmacher, dass in zahlreichen Ländern
Christen ihren Glauben insbesondere aus politischen Gründen nicht frei leben können.
An dem Gespräch, das in Wiesbaden stattfand, nahm auch der Stellvertretende Vorsitzende der
CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Hans-Jürgen Irmer (Wetzlar) teil.
Türkei: Verunsicherung unter Christen
Thomas Schirrmacher, Leiter des Arbeitskreises „Religionsfreiheit, Menschenrechte, Einsatz für
verfolgte Christen“ der Deutschen Evangelischen Allianz und Direktor des Martin Bucer-
Seminars in Bonn, schilderte die aktuelle Situation von Christen etwa im Iran oder der Türkei.
„Religionsfreiheit bedeutet nicht nur, dass der Glaube im privaten Bereich gelebt werden kann,
sondern auch in Gottesdiensten. Doch gerade in manchen islamisch geprägten Ländern erleben
Christen fortwährende Repressalien, die einzig darin begründet sind, dass sie nicht den Glauben
der Mehrheit des Landes teilen“, so Schirrmacher. Gerade in der Türkei herrsche nach den
Morden an drei Christen im April dieses Jahres eine große Verunsicherung. „Einige Christen
haben das Land bereits verlassen“, so Schirrmacher.
Koch: „Verletzung von Menschenrechten ansprechen“
Hessens Ministerpräsident Roland Koch äußerte in dem Gespräch mit den Repräsentanten der
Deutschen Evangelischen Allianz seine Besorgnis auch über die Situation von Christen in
zahlreichen Staaten. „Sowohl die Bundesregierung als auch die Hessische Landesregierung
legen großen Wert darauf, die Verletzung von Menschenrechten deutlich anzusprechen und
Besserung zu fordern“, so Koch. Auch mit der Türkei werde der Dialog über Integration und die
Situation der Christen weiter verfolgt, so der Hessische Ministerpräsident. „Es ist
besorgniserregend, wenn Christen an ihrer freien Religionsausübung gehindert werden. Von der
Türkei erwarten wir, dass Christen dort ihre Kirchen bauen dürfen, so wie Muslime es in
unserem Land tun“, so Koch.
Baake: „Christlicher Glaube ruft in die Verantwortung“
„Wenn in Staaten die Menschenrechte und Religionsfreiheit nicht geachtet werden, sind gerade
Christen aufgefordert, in der Öffentlichkeit dazu Stellung zu nehmen“, sagte Baake, der im
Hauptamt Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes KEP ist, in dem Gespräch.
„Christlicher Glaube ruft in die Verantwortung, nicht allein im eigenen Umfeld tätig zu sein,
sondern weit darüber hinaus.“ Dies gelte insbesondere beim Thema Religionsfreiheit.
erschienen in „pro kompakt“ 50/2007