04.06.2008
Irak: Katholische Kirche gegen Todesurteil für Entführer von Erzbischof Rahho
Bagdad/Irak, 19.05.2008 (KAP) Die römisch-katholische Kirche im Irak lehnt das Todesurteil eines irakischen Gerichts gegen einen Verantwortlichen für die Entführung und den Tod des chaldäisch-katholischen Erzbischofs Paulos Faraj Rahho ab. Wie der Regierungssprecher Ali al-Dabbagh am Sonntagabend in Bagdad mitteilte, sei der irakische Al-Qaida-Führer Ahmed Ali Ahmed für schuldig befunden worden, in die Verschleppung und Tötung des Erzbischofs verstrickt zu sein, meldete die italienische katholische Nachrichtenagentur SIR; Ahmed Ali Ahmed sei zum Tod durch Erhängen verurteilt worden.
Die Kirche im Irak hat das Urteil kritisiert, Weihbischof Shlemon Warduni sagte: "Erzbischof Faraj Rahho hätte eine solche Strafe nicht akzeptiert. Die christlichen Prinzipien erlauben es nicht, jemanden zum Tod zu verurteilen und laden zur Vergebung, zur Versöhnung und zur Gerechtigkeit ein". Die Kirche im Irak sei am Frieden, an der Sicherheit und der Versöhnung interessiert, alles Dinge, für die sich Erzbischof Faraj Rahho Zeit seines Lebens eingesetzt habe.
Der 65-jährige Erzbischof war am 29. Februar von "unbekannten Tätern" in seiner Bischofsstadt Mossul verschleppt worden; sein Chauffeur und seine beiden Leibwächter wurden von den islamistischen Terroristen erschossen. Seine Leiche wurde am 13. März außerhalb der Stadt auf einer Müllhalde aufgefunden.
Quelle: Kathpress, Wien/Österreich