04.06.2008

Nordkorea: Christen, die schlimmsten Feinde des Staates

09. Mai 2008  -  Seit der Machtübernahme von Kim Jong Il in Nordkorea ist der Strom von Flüchtlingen aus dem Land ungebrochen. Unter diesen Flüchtlingen befinden sich auch Polizisten und Geheimagenten. Sechs von ihnen haben der „Amerikanischen Kommission für Religionsfreiheit“ über die Situation berichtet. Erstaunlicherweise waren alle sechs mit dem Aufspüren und Beseitigen von christlichen Gruppen beauftragt gewesen. Sie bestätigen, dass die Unterdrückung der Christen im Land immer noch außergewöhnlich stark ist. „Ein religiöses Buch zu besitzen, über seinen Glauben zu reden oder zu predigen ist in Nordkorea unvorstellbar, denn dies schwächt das Regime von Kim Jong Il. Wenn eine Bibel gefunden wird, wird sofort eine Untersuchung eingeleitet, um den Besitzer zu finden“, erklärte einer von ihnen

Ein weiterer Polizist berichtete über die Arbeitsmethoden: „Uns wurde gelehrt, die Leute zu beobachten, die still sind, die Augen schließen und aussehen, als ob sie meditierten, und auf jene, die plötzlich aufhören zu essen oder zu trinken. Religiöse Menschen werden als die größten Feinde des Staates angesehen. Die Strafen variieren je nach Aktivität der Person. Die schlimmsten Strafen treffen jene, die aus China Bibeln ins Land bringen, sowie Christen in China, die nordkoreanischen Flüchtlingen helfen. Erwischte Flüchtlinge werden als erstes gefragt, ob sie Christen oder Missionare getroffen haben und ob sie sich bekehrt haben. Wenn sie eine dieser Fragen bejahen, wird das Verhör abgebrochen und sie werden dem nationalen Sicherheitsdienst übergeben, was praktisch einem Todesurteil gleichkommt.“
Einer der sechs ehemaligen Agenten hat 20 Jahre in einem Konzentrationslager gearbeitet. In diesen Gefängnissen für politische Dissidenten sind auch viele Christen eingesperrt. Er erzählte von geheimen Hinrichtungen, und dass die zum Tod Verurteilten vorher noch ihr eigenes Grab schaufeln mussten.
Alle sechs Agenten bestätigen, dass immer mehr Nordkoreaner von ihrem politischen Regime enttäuscht sind: „Das System besteht nur noch, weil jeder überwacht wird“. Dies zeigt, dass die Propaganda von Kim Jong Il an Einfluss auf die Bevölkerung verliert und diese sich der wirtschaftlichen Situation immer mehr bewusst ist.
Kim Jong Ils größte Sorge ist, dass sich die Menschen in Nordkorea Gott zuwenden. Ein Flüchtling, der ebenfalls in einem Lager eingesperrt gewesen war, sagte: „In meiner Zelle waren zehn Personen gläubig. Sie haben nicht aufgehört zu beten, also habe ich angefangen, mit ihnen zu beten.“

Quelle: Open Doors