04.06.2008
Turkmenistan: Warum können nicht alle Religionsgemeinschaften ihre eigenen Räumlichkeiten haben?
AKREF/JJ - 16. Mai 2008 - Eines der größten Probleme der Religionsgemeinschaften in Turkmenistan ist, dass sie nicht in der Lage sind, Gottesdienst- oder Versammlungsstätten zu unterhalten. Es ist nicht möglich, geeignete Gebäude zu errichten, zu kaufen oder mit der dafür erforderlichen Rechtsicherheit zu mieten. Es ist unmöglich, außen ein Schild anzubringen, in dem auf Gottesdienste hingewiesen wird. Die Religionsgemeinschaften werden auf verschiedenste Arten behindert.
Es gibt einige Moscheen und russisch orthodoxe Kirchen, die wenigen registrierten nichtmoslemischen und nicht orthodoxen Gemeinschaften können sich in Ruhe versammeln, wenn auch nicht in öffentlichen Gottesdienststätten, die formell als solche anerkannt sind. Andere Gemeinschaften, und insbesondere Religionsgemeinschaften außerhalb der Hauptstadt haben es schwerer. Wenn eine Gemeinschaft schon einige Zeit existiert, wissen die Leute davon, aber die meisten haben keinen rechtlichen Status. Diejenigen, deren Versammlungsstätten in den letzten Jahren konfisziert oder abgerissen wurden, haben keine Chance auf Rückerstattung oder Entschädigung. Davon betroffen sind Moslems, Protestanten und die Hare Krischna Bewegung. Auch die registrierten Gemeinschaften haben es schwer, Versammlungsstätten zu bekommen (ausgenommen Moslems und Orthodoxe). Besonders schwer haben es natürlich die nicht registrierten Gemeinschaften, wobei es derzeit praktisch unmöglich ist, registriert zu werden. Sie können offiziell keine Versammlungsstätten erwerben und wenn sie es auf inoffizielle Art versuchen, bleibt immer die Angst, entdeckt zu werden.
Ein turkmenischer Christ erklärte gegenüber Forum 18, dass am Glauben Interessierte die bestehenden Gemeinden nicht finden können. Es gibt keine Telefonbücher (die letzten stammen aus der Ära der Sowjetunion). Versammlungen in Privatwohnungen können, auch aufgrund der Notwendigkeit der Diskretion, von Suchenden nur schwer gefunden werden.
Sich in Kleinstädten zu versammeln ist schwierig, in Dörfern ist es so gut wie unmöglich, da die Aksakals (Gemeindeältesten), die Polizei oder die Vertreter des Ministeriums für Staatssicherheit Versammlungen von religiösen Minderheiten in Privatwohnungen oft verbieten. Sie bedienen sich verschiedenster Repressionen von Einschüchterung und öffentlicher Erniedrigung bis zur Verweigerung von Arbeit.
Für die Christen in Turkmenistan ist es wichtig, das Gläubige und am Glauben interessierte sich an sicheren Orten versammeln können, ohne Furcht vor Polizeikontrollen, bei denen Name, Adresse und der Name des Arbeitgebers verlangt werden.
Quelle: Forum 18 News Service, Oslo