27.06.2008

Eritrea: Pastoren droht mögliches Todesurteil

AKREF/PM - 27.06.2008 Wie Open Doors Ende Mai berichtete, stehen weiterhin mehrere Pastoren in Gefahr, wegen Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt zu werden. Haile Naizghi und Kifle Gebremeskel, Pastoren der „Gemeinde des vollen Evangeliums“, sowie Pastor Tesfatsion Hagos von der „Evangelischen Rhema Kirche“, die seit vier Jahren in Haft sind, sollen davon betroffen sein.

Wie zirka 2000 andere Christen waren die drei Pastoren wegen ihres Glaubens willkürlich inhaftiert worden. Sie erlitten seither Folterungen und Schläge. Manchmal werden inhaftierte Christen in Stahlcontainern oder in unterirdischen Verliesen eingesperrt. Man will sie dazu bringen, ihrem christlichen Glauben abzusagen.

Während der nationalen Unabhängigkeitsfeier Mitte Mai wurden erneute Verhaftungen vorgenommen. Eine Gruppe Christen, die einer Erneuerungsbewegung der Orthodoxen Kirche Eritreas angehören, hatte sich heimlich versammelt, um für ihr Land zu beten. Polizisten nahmen bei einer Razia die 20 Männer und 5 Frauen fest und brachten sie ins Polizeikommissariat der Stadt Adi-Kuala nahe der äthiopischen Grenze. Dort sind sie bis heute in Haft. Zur selben Zeit wurden 25 andere Christen nach drei Monaten Haft gegen eine Kaution von 3.318 € pro Person freigelassen.

Der Präsident dieses kleinen Landes am Horn Afrikas, Issayas Afewerki, der selbst aus einer christlichen Familie stammt (ev. Lutherisch) aber zum Maoisten wurde,  ließ im Jahr 2002 alle unabhängigen protestantischen Gemeinden schließen und alle ihre religiösen Aktivitäten verbieten. Christen deser Verbände, die sich seitdem weiterhin treffen, werden inhaftiert. Offiziell sind nebst dem Islam nur Orthodoxe, Röm.-katholische und Lutherische Kirchen erlaubt; diese werden jedoch streng überwacht. Selbst Anhänger der Orthodoxen Kirche, die mit dem Vorgehen der Regierung nicht einverstanden sind, wurden inhaftiert.