03.03.2008

Eritrea: 45 Christen freigelassen

29. Februar 2008 (Open Doors) – Im ostafrikanischen Eritrea wurden am 16. Februar 35 evangelikale Christen aus der Haft entlassen. Sie waren am 6. Januar während einer Gebetsversammlung in einem Privathaus von Polizisten überrascht und ohne offizielle Anklage
inhaftiert worden. Weitere sieben Männer und drei Frauen, Mitglieder einer unabhängigen Full
Gospel Church, die fünf Jahre im berüchtigten Militärgefängnis von Assab eingesperrt waren,
wurden auf Kaution entlassen.
Im Mai 2002 erklärte Präsident Issayas Afewerki alle Angehörigen nicht erlaubter Kirchen –
darunter 35 evangelikale – zu Staatsfeinden. Nur die orthodoxe und die katholische Kirche
sowie die Lutheraner sind anerkannt. Mehr als 2'000 eritreische Christen, darunter Dutzende
Pastoren und Priester, befinden sich immer noch in Gefangenschaft, wo sie aufgrund ihrer
religiösen Überzeugungen gefoltert werden.
Die eritreische Gospelsängerin Helen Berhane, die fast drei Jahre lang in einem Schiffscontainer
bzw. einer unterirdischen Zelle verbrachte, konnte im vergangenen Oktober nach Dänemark ins
Asyl fliehen. Berhane hatte sich geweigert, ihrem christlichen Glauben abzuschwören. Aufgrund
einer schweren Beinverletzung, die ihr während der Folterungen zugefügt wurde, ist sie
dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie spricht darüber in einem Interview mit der BBC
(in englischer Sprache). Kurz vor Weihnachten dankte Helen Berhane allen, die sie durch ihre
Gebete, durch Geld und Briefe unterstützt haben. Nur durch all die Gebete sei sie fähig
gewesen, alle Prüfungen zu überleben. „Ich denke besonders an meine Mitgefangenen", schrieb
sie, „ich weine ihretwegen jeden Tag, denn ich kenne ihre schlimme Lage. Bitte betet für sie so
weiter, wie ihr es für mich getan habt."