01.11.2008

Gefangener des Monats: Koptischer Pfarrer „Gefangener des Monats November“

Metaos Wahba wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt – IGFM fordert neuen, fairen Prozess

Gefangener des Monats: Koptischer Pfarrer „Gefangener des Monats November“

Metaos Wahba wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt – IGFM fordert neuen, fairen Prozess

F r a n k f u r t a m M a i n / W e t z l a r (idea) - 1.11.08 - Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea haben den koptisch-orthodoxen Pfarrer Metaos Wahba als „Gefangenen des Monats November“ benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen.

Der Geistliche war am 12. Oktober von einem Gericht in der ägyptischen Hauptstadt Kairo wegen Urkundenfälschung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Pfarrer der Santa-Maria-Kirche bei Giseh nahe Kairo hatte eine zum Christentum konvertierte Muslimin und einen Christen getraut. Er stellte ihnen eine Heiratsurkunde aus, ohne zu wissen, dass die Papiere der Braut gefälscht waren, so die IGFM. Nach deren Angaben erleiden Ex-Muslime in Ägypten, wo der Islam sunnitischer Prägung Staatsreligion ist, mannigfache Bedrohungen und Diskriminierungen. Die meisten Neuchristen praktizierten deshalb ihren Glauben im Verborgenen und verzichteten darauf, ihre Personaldokumente entsprechend umschreiben zu lassen. Die Eheschließung einer Muslimin mit einem Angehörigen eines anderen Glaubens ist verboten. Um ihren Verlobten zu heiraten, sah die Braut keinen anderen Ausweg, als gefälschte Papiere vorzulegen. Das Ehepaar befindet sich auf der Flucht. Die IGFM ruft dazu auf, den ägyptischen Staatspräsidenten Mohamed Hosni Mubarak in Briefen zu bitten, das Recht auf Religionswechsel einschließlich entsprechender Ausweisänderungen durchzusetzen. Der Präsident solle außerdem Pfarrer Wahba ein neues, faires Verfahren ermöglichen. Christen stellen mit schätzungsweise acht bis zehn Millionen Personen rund acht Prozent der etwa 79 Millionen ägyptischen Staatsbürger. In ihrer Mehrheit sind die Christen orthodoxe Kopten. Es gibt aber auch kleinere Gruppen von Katholiken und Protestanten.