30.10.2008
Malediven: Neuer Präsident - neue Hoffnung für religiöse Minderheiten?
AKREF/pm/Stuttgart - 30.10.2008 - Präsident Maumoon Abdul Gayoom, 71, der dienstälteste gewählte Oberhaupt eines asiatischen Staates gratulierte überraschend ohne Vorbehalte seinen Herausforderer Mohamed Nasheed in den ersten freien, demokratischen Wahlen des Inselstaates zu seinem Sieg und brachte seine volle Unterstützung für das "neue, demokratische Zeitalter" in einem Fernsehauftritt zum Ausdruck.
Gayoom versrpach eine friedliche Amtsübergabe und sagte wörtlich: "Mein Gebet ist, dass Allah den Malediven Wohlstand schenke und uns friedliche, fortschrittliche Tage schenke".
Nasheed hatte 54 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen können. In der Stichwahl fielen die übrigen 46 Prozent auf Gayoom, nachdem die anderen sechs Bewerber in chaotischen Vorwahlen ausgeschieden waren.
Es wird erwartet, dass Nasheed am 11.11. als Präsident Eingeschworen wird, auf den Tag 30 Jahre nach der Amtseinführung Gayooms 1978.
Gayoom wird von seinen Anhängern gefeiert als denjenigen, der durch den Aufbau der Touristenindustrie und das Herlotsen von Milliardeninvestitiionen Wohlstand für viele im Winzigen Archipel des Indischen Ozeans mit 370,000 Einwohnern. Bei der Opposition ist er aber als grausamer Despot und gewalttätiger Unterdrücker bekannt.
Wenn mit dem gewählten Präsidenten Mohamed Nasheed eine wirklich demokratische Staatsform Einzug hält, dann müsste es der kleinen Gemeinde von unterdrückten Christen (Konvertiten vom Islam) im Inselstaat, das als "Paradies" vermarktet wird, wesentlich besser gehen. Haft in Blechbarakken unter der tropischen Sonne und sonstige Verfolgung müsste der Vergangenheit angehören. Nur die Zeit wird zeigen, ob wirkliche Demokratie aufkommt, oder ob die restriktive Linie des ehemaligen Informationsministers (siehe vorhergehenden Artikel) fortgesetzt wird.