04.09.2008

Nigeria: Extremisten stecken Kirche in Brand

I l o r i n (idea) - 4.09.08 – In Nigeria haben muslimische Extremisten eine Kirche in Brand gesteckt. Die Apostolische Christus-Kirche im zentralnigerianischen Ilorin ging am 31. August in Flammen auf.

Wie Pastor Samuel Ogowole dem Informationsdienst Compass Direct mitteilte, löste ein langjähriger Grundstücksstreit die Tat aus. Die heute etwa 300 Mitglieder zählende Gemeinde hatte im Jahr 2001 das Grundstück für die Kirche erworben. Drei Jahre später war das Gebäude fertig. 2005 hätten Muslime Druck auf das Bauamt ausgeübt, um eine Umsiedlung zu erzwingen. Der Grund: Die Kirche befinde sich zu nahe an einer Moschee. Diese ist etwa 500 Meter von dem Kirchengebäude entfernt. Um die Gemüter der Muslime zu beruhigen, bot die Regierung des Bundesstaates Kwara der Kirchengemeinde einen Betrag von umgerechnet annähernd 18.000 Euro für eine Umsiedlung an. Die Gemeindeleitung lehnte das Angebot ab; für den Kirchenbau hätten sie fast das Siebenfache ausgegeben, nämlich 118.000 Euro. Außerdem würde ein Umzug die Gemeindemitglieder unnötig belasten, die dann viel längere Wege zum Gottesdienst zurücklegen müssten.

Ausschreitungen gegen christliche Minderheit

Am 31. August eskalierte der Konflikt. Muslimische Extremisten versperrten laut Ogowole den Zugang zur Kirche, die zudem vom Ordnungsamt der Stadt abgeriegelt worden sei. Die Kirchenmitglieder hätten sich zum Gottesdienst in einen Außenbezirk der Stadt zurückgezogen. Währenddessen hätten die Extremisten ihre Kirche zerstört. Im westafrikanischen Nigeria ist es in der Vergangenheit wiederholt zu blutigen Ausschreitungen gegen christliche Minderheiten vor allem im überwiegend muslimischen Norden gekommen. In zwölf Bundesstaaten gilt das islamische Religionsgesetz, die Scharia. Von den insgesamt 132 Millionen Einwohnern Nigerias sind knapp 49 Prozent Christen, 45 Prozent Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen.