05.09.2008

Indien: Über 50.000 Christen auf der Flucht

OD - 05. September 2008 - Nachdem am 23. August im ostindischen Bundesstaat Orissa ein Hindu-Führer und vier seiner Anhänger ermordet wurden, gingen Extremisten brutal gegen Christen vor. (Open Doors berichtete) Die Unruhen dauern bis heute an.

Obwohl die Polizei im Distrikt von Khandamal um den Schutz der Christen bemüht ist, sind verschiedene Dörfer immer noch von der Umwelt abgeschnitten. Nach offiziellen Angaben wurden allein in diesem Bezirk 20 Kirchen niedergebrannt, 19 Personen getötet und 10 Personen erlitten schwere Verletzungen. Dazu wurden 500 Häuser zerstört. Wie Einheimische berichteten, liegt der Zahl der zerstörten Häuser in Khandamal weit höher, etwa bei über 1.000.

In Orissa wurden nach neuesten Angaben mindestens 36 Personen getötet sowie Hunderte Kirchen und Häuser von Christen zerstört. Inzwischen bekannte sich eine maoistische Gruppe öffentlich zu dem Mord an dem Hindu-Führer. Sie gibt vor, sich für die Christen einzusetzen und droht hinduistischen Nationalisten mit „anderen Strafen, sollten diese mit ihrer Gewalt gegenüber religiösen Minderheiten fortfahren“. Trotz des öffentlichen Bekenntnisses dauern die Unruhen gegen Christen an. Viele haben Angst und verstecken sich in Wäldern. Rund 50.000 Christen flüchteten in den Dschungel.