06.09.2008
Irak: Lösegeldzahlung konnte Ermordung nicht verhindern
Zwei Christen im Nordirak entführt und getötet
Irak: Lösegeldzahlung konnte Ermordung nicht verhindern
Zwei Christen im Nordirak entführt und getötet
M o s s u l (idea) - 6.09.08 – Im Nordirak sind erneut zwei Christen entführt und ermordet worden. Der 65-jährige Arzt Tariq Qattan war vor kurzem in Mossul verschleppt worden; am 3. September wurde seine Leiche aufgefunden. Der katholischen Nachrichtenagentur AsiaNews zufolge hatte seine Familie ein Lösegeld von umgerechnet etwa 13.300 Euro gezahlt.
Am 1. September wurde ebenfalls in Mossul der Christ Nafi Haddad entführt und getötet. Wie die Assyrische Internationale Nachrichtenagentur berichtet, ist nicht bekannt, ob auch in seinem Fall Lösegeld gezahlt wurde. Beide Opfer gehörten der chaldäisch-katholischen Kirche an. Die Morde, für die muslimische Extremisten verantwortlich gemacht werden, ereigneten sich zu Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan. Am 29. Februar war der chaldäisch-katholische Erzbischof von Mossul, Paulos Faradsch Rahho, im Anschluss an eine Messe verschleppt worden. Drei Begleiter wurden getötet. Die Leiche des Erzbischofs wurde am 13. März aufgefunden. Wie sich herausstellte, war er schon fünf Tage tot. Das Verbrechen hatte in der christlichen Welt Bestürzung ausgelöst. Ein führendes Mitglied der Terrororganisation El Kaida, Ahmed Ali Ahmed, auch bekannt als Abu Omar, wurde am 18. Mai wegen seiner Verwicklung in die Entführung und Ermordung des Erzbischofs zum Tode verurteilt.
Christen fliehen aus dem Irak
Die chaldäischen Katholiken bilden die größte Gemeinschaft in der christlichen Minderheit im Irak, die vor dem Krieg aus etwa einer Million Kirchenmitgliedern bestand. Experten schätzen, dass in den vergangenen fünf Jahren etwa drei Viertel der chaldäischen Katholiken den Irak wegen fortgesetzter Übergriffe verlassen haben. Insgesamt leben noch 450.000 Christen in dem Land. Von den 26,7 Millionen Einwohnern des Irak sind 95 Prozent Muslime.