06.11.2009

Deutschland: Kongress „Gedenket der Märtyrer ..."

Verfolgte Christen zum Vorbild nehmen

Deutschland: Kongress „Gedenket der Märtyrer ..."

Verfolgte Christen zum Vorbild nehmen

 

Uhldingen (idea) - 07. November 2009– Kirchenmitglieder, die ihren Glauben ernst nehmen wollen, sollten sich mehr mit der Situation verfolgter Gemeinden in der Dritten Welt befassen.

Dort finde man „mutige Eindeutigkeit, die die westlichen Kirchen herausfordert", schreibt der Missionsleiter der „Hilfsaktion Märtyrerkirche" (HMK), Pastor Manfred Müller (Uhldingen am Bodensee), im Mitteilungsblatt „Stimme der Märtyrer". Als Beispiel für brutale Unterdrückung nennt Müller die Volksrepublik Vietnam, wo weniger als zehn Prozent der 85 Millionen Einwohner Christen sind. Die kommunistische Staatsführung versuche, Christen durch willkürliche Verhaftungen, Verbannungen, Misshandlungen und als Unfälle getarnte Morde einzuschüchtern. Besonders grausam seien Umerziehungsmethoden in psychiatrischen Kliniken. Dennoch blieben die meisten Christen standhaft, was bei buddhistischen, atheistischen und naturreligiösen Nachbarn großes Interesse am christlichen Glauben auslöse. Die Folge sei ein erstaunliches Gemeindewachstum. Solche Standhaftigkeit brauchten auch deutsche Kirchenmitglieder.

Auch in Deutschland werden die Freiräume kleiner

Nach Ansicht Müllers werden in Deutschland die Freiräume kleiner, in denen Christen ihren Glauben unbehelligt leben können. Anzeichen seien die teilweise gewalttätigen Proteste gegen den jugendmissionarischen Kongress Christival im Mai 2008 und den Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge im Mai 2009 sowie ständige Diskussionen darüber, ob an Schulen Schöpfungslehre zusammen mit der Evolutionstheorie unterrichtet werden dürfe. Auch innerkirchlich blase bekennenden Christen der Wind ins Gesicht. Dies zeige die Beurteilung des charismatischen Missionswerks „Jugend mit einer Mission" (JMEM) durch die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen. Journalisten des ARD-Magazins „Panorama" hatten Frau Jepsen – Vorsitzende des Evangelischen Missionswerks in Deutschland – Ausschnitte aus einem Schulungsvideo von JMEM vorgeführt. Die Theologin fand die Szenen „krank" und forderte, dem Missionswerk das Handwerk zu legen. Dabei ist laut Müller nichts an der Absicht des Missionswerks auszusetzen. Seine Mitarbeiter seien bereit, „für das, was sie glauben, auch Kraft, Geld, Gesundheit und Leben einzusetzen". Der Bischöfin stehe es nicht zu, Christen Falschgläubigkeit vorzuwerfen, für die das Leiden um Jesu Christi willen wertvoller sei als alle Schätze der Welt.

Kongress „Gedenket der Märtyrer ..."

Zum internationalen HMK-Verbund gehören 13 Partnerorganisationen. Der deutsche Zweig ist in Pakistan, Indien, Nigeria, Vietnam und dem Nahen Osten tätig. Vorsitzender ist Kirchenrat i.R. Rolf Sauerzapf (Kassel). Gründer des Missionswerks war der rumänische lutherische Pastor Richard Wurmbrand (1909-2001), der um seines Glaubens willen 14 Jahre lang in rumänischen Gefängnissen inhaftiert war. Seine Geschichte veröffentlichte er 1967 unter dem Titel „Gefoltert für Christus". Die HMK ist Kooperationspartner beim Kongress „Gedenket der Märtyrer – Christenverfolgung heute", den das Christliche Gästezentrum Württemberg und die Evangelische Nachrichtenagentur idea vom 22. bis 25. November in Schwäbisch Gmünd veranstalten.