25.12.2010

Afghanistan: Deutscher Entwicklungshelfer bei Anschlag getötet

Er sollte ein Straßenprojekt betreuen, beim Aufbau des Landes helfen - doch an Heiligabend kam sein Wagen unter Feuer. Aufständische haben einen deutschen Entwicklungshelfer im Norden des Landes getötet. Minister Niebel verurteilt den Angriff als "feigen Anschlag".

Berlin - In Afghanistan ist an Heiligabend ein Fahrzeug der Entwicklungshilfe beschossen worden. Dabei wurde ein Berater der KfW-Entwicklungsbank tödlich verletzt - ein Afghane erlitt bei dem Angriff in Khaschkargan leichte Verletzungen.

Die Beschossenen waren den Angaben zufolge Mitarbeiter eines Projekts, das den Bau einer Straße zwischen Cholm und Kunduz im Norden Afghanistans betreut - dem von der Bundeswehr betreuten Landesteil. In dem Wagen hätten insgesamt vier Menschen gesessen, teilte das Entwicklungshilfeministerium am Samstag in Berlin mit.

Nach dem Beschuss im nordafghanischen Khaschkargan sei der schwerverletzte KfW-Mitarbeiter im Bundeswehrstützpunkt Marmal behandelt worden - erfolglos. Er erlag am Ende seinen Verletzungen. Ein afghanischer Kollege, der ebenfalls in dem Wagen gesessen habe, sei bei dem Angriff leicht verletzt worden.

Die Taliban bekannten sich am Samstag zu dem Angriff. Sprecher Zabiullah Mudschahid teilte mit, Kämpfer hätten einen deutschen Bürger getötet.

Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel sprach der Familie des Getöteten und dem Verletzten sein Mitgefühl aus. "Der feige Anschlag, der sich gegen die Interessen der lokalen Bevölkerung richtet, zeigt einmal mehr die Gefahren auch des zivilen Wiederaufbaus in Afghanistan", sagte der FDP-Politiker.

rom/AFP/dpa/Reuters/ spiegel.de