04.02.2010
Ägypten: Politiker hetzt Bevölkerung auf gegen Menschenrechtler und Kopten
Christen in Ägypten wehren sich gegen Falschinformationen
Ägypten: Politiker hetzt Bevölkerung auf gegen Menschenrechtler und Kopten
Christen in Ägypten wehren sich gegen Falschinformationen
KAIRO/FRANKFURT, 4. Februar 2010 (ZENIT.org).- Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) zufolge nutzt die ägyptische Regierung Falschinformationen, um den jüngsten blutigen Anschlag auf christliche Kopten am orthodoxen Weihnachtsfest am 6. Januar in Nag Hammadi zu rechtfertigen. Die Frankfurter Menschenrechtsorganisation wirft Kairo vor, die Situation so unterschwellig weiter zu verschärfen.
Die IGFM bezieht sich auf eine Erklärung des Sprechers im Unterhaus des ägyptischen Parlaments, Fathi Sorour, das Blutbad sei ausschließlich als Racheakt wegen des Mordes an der 12jährigen muslimischen Ägypterin Yusra Abdelwahab durch den Kopten Girgis Baroumi im vergangenen Jahr zu verstehen. Informationen, die der IGFM vorliegen, zufolge, lebt diese junge Frau jedoch und soll am 17. Februar vor Gericht gegen Girgis in einem Vergewaltigungsprozess aussagen. Die islamistischen Attentäter vom 6. Januar hatten nach einem Weihnachtsgottesdienst in eine Gruppe von Kirchgängern geschossen und sieben Kopten und einen muslimischen Wachmann getötet.
Nicht nur die IGFM, auch die koptische Gemeinschaft in Ägypten und Europa wirft dem Parlamentssprecher Falschinformation vor. Sie wertet den Vorgang als Volksverhetzung und fordert den Rücktritt Sorours, um die Integrität des ägyptischen Parlaments wiederherzustellen. Auch ägyptische Rechtsexperten kritisieren die Regierung, weil sie jedwede religiösen Motive hinter dem jüngsten blutigen Anschlag auf Kopten bestreitet. Der halbstaatliche nationale Rat für Menschenrechte hat nun einen Untersuchungsausschuss nach Nag Hammadi entsandt, um zu klären, ob es sich um ein religiös motiviertes Blutbad oder einen persönlichen Racheakt handelt. (mk)