26.03.2010
Eritrea: Elf Christen verhaftet
(ASMARA, 26. März 2010, Open Doors) – Wie Open Doors jetzt erfuhr, wurden am 10. März in Nakfa im Norden von Eritrea elf Christen verhaftet. Die sieben Männer und vier Frauen hatten sich in einem Privathaus getroffen. Die Christen gehören verschiedenen Gemeinden an. Laut einheimischen Informanten werden sie möglicherweise im Nakfa Militärlager festgehalten. Der Grund ihrer Verhaftung ist derzeit unklar.
Bei den Verhafteten handelt es sich um:
Terhase Tsegay - Hiwet Asmerom - Aster Andemariam - Ferewini Kefela sowie die Männer Asfeha Mehari - Kiflom Gebrai - Tewelde Tsegay - Mehari Tesfazgi - Gebreab Yemane - Habtom Hagos - Ghermay Araya
Open Doors bittet für die Freilassung und körperliche Unversehrtheit der Frauen und Männer zu beten. Eritrea belegt auf dem Weltverfolgungsindex des Hilfswerkes für verfolgte Christen Platz 11 in der Liste der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.
2.200 Christen landesweit in Haft
Nach Angaben von Kirchenleitern sind derzeit in Eritrea rund 2.200 Christen aufgrund ihres Glaubens landesweit in Polizeistationen, Militärlagern oder Frachtcontainern unter teils unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. Viele sitzen seit Monaten oder Jahren ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverfahren ein. Mindestens zwölf Christen starben in Gefangenschaft an den Folgen der Haftbedingungen oder mangelnder medizinischer Versorgung. Im Mai 2002 erklärte Präsident Issayas Afewerki alle nicht erlaubten Kirchen – darunter über 30 unabhängige Gemeinden – für illegal. Nur die Eritreisch-Orthodoxe und die Katholische Kirche sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche und der Islam sind anerkannt. Seitdem veranlasst die Regierung Kirchenschließungen und verbietet Privatversammlungen.