30.05.2010

Iran: Stephanus-Preisträgerinnen endlich in Sicherheit

Freispruch und Ausreise für Konvertitinnen

Iran: Stephanus-Preisträgerinnen endlich in Sicherheit

Freispruch und Ausreise für Konvertitinnen

 

TEHERAN, 26. Mai 2010 (ZENIT.org/idea).-  Die beiden zum Christentum konvertierten Iranerinnen Maryam Rostampour (28) und Marzieh Amirizadeh (31) sind endlich frei. Die beiden Stephanus-Preisträgerinnen, die fast neun Monate wegen ihres Glaubens in Haft waren, sind am 22. Mai von allen Anklagepunkten freigesprochen worden. Sie durften ihre iranische Heimat mit unbekanntem Ziel verlassen. Den Beiden war „Abfall vom Islam", staatsfeindliche Aktivitäten und die Teilnahme an illegalen Versammlungen vorgeworfen worden. Damit sind in der Islamischen Republik christliche Untergrundgemeinden gemeint. (ZENIT berichtete.)

Die beiden Frauen saßen im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis in Haft. Am 18. November 2009 waren sie unter Auflagen freigelassen worden. Im Mai 2009 hatten die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die evangelische Nachrichtenagentur idea Rostampour und Amirizadeh als „Gefangene des Monats" benannt und zur Unterstützung für sie aufgerufen. Die beiden Frauen litten unter fieberhaften Infektionen und anderen Erkrankungen. Sie mussten sich eine Gefängniszelle mit 27 weiblichen Gefangenen teilen. Im August waren sie bei einem Verhör gedrängt worden, ihrem Glauben abzuschwören. Sie antworteten: „Wir lieben Jesus. ... Wir werden unseren Glauben nicht verleugnen."

Das Hilfswerk Elam im südenglischen Godalming, das sich für Christen im Iran einsetzt, sorgte jetzt dafür, dass sie unmittelbar ins Ausland reisen konnten. Ihr Aufenthaltsort wurde aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben. Wie das Hilfswerk weiter mitteilt, bedankten sich die beiden Frauen für die Fürbitte von Christen aus aller Welt. Rostampour erklärte, sie werde zu gegebener Zeit über ihre Erfahrungen in der Haft berichten. Den zwei Frauen war am 26. März in Bonn in Abwesenheit der Stephanus-Preis von der "Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen"verliehen worden.

Von den 74 Millionen Einwohnern des Iran sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Muslime, die zum christlichen Glauben übergetreten sind, wird auf bis zu 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen. (mk)