01.10.2010
Bangladesch: Vom Drogenhändler zum verfolgten Christen
R. öffnte sein Haus für andere Christen
(Open Doors) - Nur wenige Monate nachdem Rafiqul Christ geworden ist, hat er alles verloren: seine Haus, seine Existenz, sogar seine kleine Hausgemeinde. Wir bitten Sie, für Rafiqul aus Bangladesch, seine Frau und ihre beiden Kinder zu beten. Regelmäßig hatte sich in seinem Haus eine Gruppe von Christen getroffen, die meisten von ihnen ehemalige Muslime. Darüber wütende Dorfbewohner griffen im März die Gemeinde an. Seitdem lebt er an einem geheimen Ort.
Bangladesch: Rafiqul und seine FamilieRafiqul stammt aus einem kleinen Dorf im Kurigram Distrikt im Nordosten von Bangladesch. Dort gibt es eine bekannte Madrasa (Koranschule). Das Leben und Handeln der Dorfbewohner wird gelenkt von mehreren streng islamischen Parteien. Die meisten seiner Nachbarn gehören mindestens einer dieser Parteien an. Rafiqul war Drogenhändler. Seine Kunden wiederum verkauften an junge Leute in den Dörfern von Kurigram. Das Geschäft lief gut. Geldsorgen hatte er nie - bis Rafiqul verhaftet, verurteilt und in ein Gefängnis in der Hauptstadt Dhaka eingesperrt wurde. Vor zwei Jahren kam er wieder frei. Von nun an sollte sich sein Leben radikal ändern.
Lebenswende
Nach seiner Rückkehr aus dem Gefängnis in sein Dorf, hörte Rafiqul, der traditionell Muslim war, von Pastor Ismail Mia vom Evangelium. Mia war früher auch Muslim und obendrein noch Imam und Lehrer an der Koranschule. Immer wieder sprachen die beiden über den christlichen Glauben. Langsam öffnete sich Rafiqul für Jesus. Im Januar dieses Jahres war er bereit, Christus ganz und gar nachzufolgen und er ließ sich taufen. Mit etwas gespartem Geld kaufte er eine Rikscha. Er öffnete sein Haus für andere Christen und es entstand eine kleine Hausgemeinde. Jeden Freitag besuchten ihn bis zu 20 Christen, meist ehemalige Muslime wie er. Gemeinsam sangen und beteten sie und hörten auf Gottes Wort. Ismail Mia war ihr Pastor. Weil die meisten weder lesen noch schreiben können, legte er ihnen die Bibel aus.
In einem kleinen Dorf ist es schwer, Treffen dieser Art geheim zu halten. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Unmut bei den muslimischen Dorfbewohnern regte. Vor sieben Monaten - Pastor Mia verglich gerade die Lehren des Korans mit denen der Bibel - stürmten Dorfbewohner in Rafiquls Haus. "Er entehrt den Koran", schrie ein Muslim, der auch einer islamischen Partei angehört. Der Mob umstellte die Christen. Noch bevor sich der Pastor verteidigten konnte, hagelten die ersten Steine auf ihn nieder. Mit Schuhen und Stöcken gingen die Männer auf die Christen los. Inzwischen umzingelten nahezu 500 Menschen Rafiquls Haus. Sie warfen ihre Fäuste in die Luft und schrien: "Nie wieder Religionswechsel! Nie wieder Christentum!" Pastor Ismail und einige andere konnten in eine nahegelegene Schule fliehen und die Polizei rufen. Doch Rafiqul und seine Familie mussten mit ansehen, wie ihr Haus und ihr kleiner Lebensmittelladen geplündert und zerstört wurden