06.10.2010

Iran: Pastor droht Todesstrafe

Im Iran leben Christen gefährlich. Neben der Ausgrenzung müssen sie in der Regel um ihr Leben fürchten. Youcef Nadarkhani

Iran: Pastor droht Todesstrafe

Im Iran leben Christen gefährlich. Neben der Ausgrenzung müssen sie in der Regel um ihr Leben fürchten.

Youcef Nadarkhani

 

hz. Die christliche Bevölkerung im Iran wird auf 0.5 Prozent geschätzt. Ihnen ist es strengstens verboten, ihren Glauben öffentlich zu leben. Der Islam ist Staatsreligion; alle Gesetze und Vorschriften richten sich nach der Interpretation der Scharia-Gesetze. Da die protestantische Kirche im Iran keine anerkannte christliche Glaubensgemeinschaft ist, wird sie mehr oder minder toleriert und äußerst skeptisch beobachtet. Armenische und assyrische Christen gehören zu den anerkannten religiösen Minderheiten. Ihnen wird offiziell Religionsfreiheit garantiert. Dennoch müssen auch sie häufig mit Repressionen und Diskriminierung wegen ihres christlichen Bekenntnisses rechnen. 

Ausgrenzung 

Christen, unabhängig welcher Glaubensgemeinschaft sie angehören, werden nach wie vor von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen oder gesellschaftlich ausgegrenzt. Sie finden kaum eine Arbeitsstelle oder verlieren ihren Arbeitsplatz, wenn bekannt wird, dass sie Christen sind. Religionswächter bespitzeln die Gottesdienste. Weil es verboten ist, Konvertiten zu unterstützen, wird in erster Linie nach Konvertiten gefahndet. Werden solche entdeckt, droht die Schließung der Kirche. Konvertiten müssen sich daher im Verborgenen in Hausgemeinden treffen und gehen dadurch ein hohes Risiko ein. Sollten sie von den Religionswächtern entdeckt werden, droht ihnen gemäß iranischer Rechtsordnung der Tod. 

Riskanter Protest

Aber nicht nur Konvertiten müssen um ihr Leben fürchten. So auch Christen allgemein wie Youcef Nadarkhani, der als Pastor einer der größten protestantischen Kirchen im Iran vorsteht. Er wurde Ende letzten Jahres in der Stadt Rasht im Nordwesten des Irans verhaftet. Die Justiz wirft ihm vor, öffentlich über den christlichen Glauben gesprochen zu haben. Des Weiteren begründen die Justizbehörden die Verhaftung damit, dass er protestiert hatte. Er wehrte sich offenkundig gegen den Entscheid, dass Kinder von Christen in der Schule im Koran unterwiesen werden sollen. Dabei hatte er sich auf den Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte berufen. Eltern haben laut diesem Artikel das Recht, über die Erziehung ihrer Kinder zu entscheiden. Hier wird im Grunde jedoch gegen die Religionsfreiheit verstoßen. Dass dem Pastor nun die Todesstrafe droht, zumal er nach der Verhaftung seine Meinung nicht änderte und seinen Kindern verwehrte, an dem Korankurs teilzunehmen, ist ein weiterer Beleg dafür. Mit der Protestaktion will CSI nun bewusst auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam machen.

Verlangen Sie die Freilassung von Pastor Youcef Nadarkhani!

Quelle: csi-de.de