15.09.2010
Libanon: Deutscher Hilfsbund übergibt Schule an Kirchen
Meist christliche Lehrer unterrichten muslimische Kinder
Libanon: Deutscher Hilfsbund übergibt Schule an Kirchen
Meist christliche Lehrer unterrichten muslimische Kinder
Bad Homburg (idea) – Der Christliche Hilfsbund im Orient (Bad Homburg bei Frankfurt am Main) hat die Trägerschaft seiner evangelischen Schule im libanesischen Mejdelanjar an einheimische Kirchen übergeben.
Das berichtete der Leiter des Missionswerks, Andreas Baumann, auf dem Jahresfest des Bundes am 12. September in Bad Homburg. An der seit 54 Jahren bestehenden Schule werden rund 400 muslimische Kinder von meist christlichen Lehrern unterrichtet. Neue Träger der Einrichtung sind die Armenisch-Evangelische Kirche, die Nationale Evangelische Kirche und die Evangelische Nationalsynode von Syrien und Libanon. Die Übergabe der Schule in lokale Hände sei überfällig gewesen, sagte Baumann gegenüber idea. Mejdelanjar nahe der Grenze zu Syrien ist eine sunnitisch-muslimische Stadt mit rund 18.000 Einwohnern. Der Hilfsbund unterstützt auch eine weitere Schule samt Internat im benachbarten christlich-armenischen Ort Anjar (2.400 Einwohner). Diese Schulen hätten wesentlich dazu beigetragen, dass es zwischen beiden Orten immer friedlich geblieben sei – auch während des Bürgerkriegs von 1975-1990. Baumann rief die Besucher des Jahresfests dazu auf, weiter für die Schule in Mejdelanjar zu beten, damit sie unter der neuen Trägerschaft ein Ort des christlichen Zeugnisses bleibe.
Armenien: Geistliche Aufbrüche seit der Unabhängigkeit
Auf dem Jahresfest ging es ferner um die Lage in Armenien. Gastreferent war Arsen Hakobyan, der von seiner sozial-missionarischen Arbeit in dem vorderasiatischen Land berichtete. Zwar sei Armenien das erste Land der Erde gewesen, dass das Christentum als offizielle Staatsreligion angenommen habe, für viele Bürger sei es heute aber nur noch eine tote Religion. Die über 70 Jahre dauernde Sowjetherrschaft habe ihre Spuren hinterlassen. Umso erfreulicher sei es, dass es seit der Unabhängigkeit des Landes 1991 zunehmend geistliche Aufbrüche gebe, auch in der traditionellen Armenischen Apostolischen Kirche. Der Christliche Hilfsbund im Orient wurde 1896 gegründet, um vor allem verfolgten Armeniern beizustehen. Er arbeitet heute im Libanon mit der Union der Armenisch-Evangelischen Kirchen im Nahen Osten zusammen. Neben seinen Aktivitäten im Libanon unterstützt der Hilfsbund seit 1994 in der armenischen Hauptstadt Eriwan ein christliches Kinderheim. Seit 2007 setzt sich das Werk auch für christliche Iraker ein, die vor Verfolgung geflohen sind. Vorsitzender ist der Inspektor des Chrischona-Gemeinschaftswerkes Deutschland, Pfarrer Rainer Geiss (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main). Der Hilfsbund gehört zum Diakonischen Werk der hessen-nassauischen Kirche und ist assoziiertes Mitglied im Evangelischen Missionswerk (EMW) und in der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM).