17.09.2010
Iran: Haftstrafen für iranische Bahá’í-Führung offenbar auf zehn Jahre herabgesetzt
BERLIN - 17. September 2010- Die zwanzigjährige Haftstrafe, zu der die sieben ehemaligen iranischen Bahá’í-Führungsmitglieder Anfang August verurteilt wurden, ist allem Anschein nach um zehn Jahre herabgesetzt worden. Nach Informationen der Bahá’í-Gemeinde Deutschland wurden die Anwälte der sieben Gefangenen davon am 15. September 2010 mündlich in Kenntnis gesetzt.
„Die Reduzierung der Haftstrafen um je zehn Jahre ändert nichts an unserer Forderung nach einer sofortigen und bedingungslosen Freilassung dieser unschuldig Inhaftierten. Nichts weniger fordert das Gebot der Gerechtigkeit“, äußerte sich dazu Prof. Dr. Ingo Hofmann, Sprecher für Menschenrechtsfragen der Bahá’í-Gemeinde Deutschland.
Die Anklagepunkte lauteten unter anderem auf Propagandaaktivitäten gegen die islamische Ordnung und den Aufbau einer illegalen Organisation. Alle Anklagen wurden von den Bahá’í und ihren Anwälten vollständig und kategorisch zurückgewiesen. „Bis zum heutigen Datum existiert keine schriftliche Urteilsverkündung und es ist offiziell nicht bekannt, ob sämtliche der ursprünglich vorgetragenen Anklagepunkte aufrechterhalten wurden“, sagte Prof. Dr. Ingo Hofmann.
Das Urteil über die Haftstrafen vom 8. August hatte zu Protesten der Bundesregierung geführt. Proteste der Europäischen Union, des Präsidenten des Europäischen Parlaments, der Regierungen von Australien, Frankreich, Großbritannien, Holland, Neuseeland, den USA wie auch zahlreicher Menschenrechtsorganisationen, Gruppen und Persönlichkeiten folgten.
Die sieben Bahá’í – Fariba Kamalabadi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Mahvash Sabet, Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm – waren Mitglieder einer nationalen Koordinierungsgruppe. Sie kümmerte sich mit Wissen der iranischen Regierung um die notwendigsten religiösen Belange der über 300.000 Angehörige zählenden iranischen Bahá’í-Gemeinde, die dort massiven Verfolgungen ausgesetzt ist.
Weitere Informationen: Peter Amsler, Referent für Menschenrechtsfragen: 0179/ 67 65 571 http://iran.bahai.de/ www.bahai.de www.bwns.org
Für Interviews steht der Sprecher für Menschenrechtsfragen der Bahá’í-Gemeinde Deutschland, Prof. Dr. Ingo Hofmann, zur Verfügung
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